1000. Saga-Neubau

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Der Neubau in der Mirowstraße. Hier sind 98 neue Wohnungen entstanden Fotos: flü

Bis 2020 fallen 15.000 Wohnungen aus Sozialbindung

Barmbek „Diese Wohnung ist ein Geschenk“, freut sich Ilse Blohm. Am 29. Dezember bezieht die 75-Jährige eine der 98 neuen Wohnungen der Saga Gwg am ehemaligen Gymnasium Uhlenhorst Barmbek in der Mirowstraße. Direkt am Osterbekkanal zahlt sie dann 340 Euro Miete monatlich, in ihrer alten Wohnung in der Bartholomäusstraße waren es zuletzt 650 Euro. „Das konnte ich mir mit meiner geringen Rente nicht mehr leisten“, sagt Blohm.
Die Saga Gwg stellte innerhalb eines Jahres erstmals 1000 Wohnungen fertig. Zur Feier wurde zusammen mit Stadtentwicklungs-Senatorin Jutta Blankau und Bezirksamtsleiter Harald Rösler in das Vorzeigeprojekt geladen, mit dem laut Blankau „ein Meileinstein erreicht wurde. Auch in besonders attraktiven Neubaugebieten entstehen bezahlbare Wohnungen für Haushalte mit mittlerem und niedrigen Einkommen.“ Harald Rösler lobte die Architektur und spielte damit auf die jüngst geäußerte Kritik an, dass die Architektur des öffentlich geförderten Wohnungsbaus zu monoton sei.
Ab Januar sollen die 45 bis 89 Quadratmeter großen Wohnungen, deren Nettokaltmiete zwischen 5,80 Euro und 6,10 Euro beträgt, bezugsfertig sein. Bei der Planung der mehr als 5.900 Quadratmeter Gesamtwohnfläche wurde auf eine ausgewogene Mischung der Bewohner geachtet. Die Längsriegel sind mit Aufzügen ausgestattet und barrierefrei, in den Querriegeln sind familiengerechte Wohnungen untergebracht. Alle Wohnungen sind vermietet.
Die Saga verfügte Ende 2013 über 34.620 öffentlich geförderte Wohnungen in Hamburg und 8.329 frei finanzierte Wohnungen mit Preisbindung bei insgesamt 129.196 Wohnungen. Bis 2020 werden laut Saga etwas mehr als 15.000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen.
„Die Durchschnitts-Nettokaltmiete liegt seit mehr als 15 Jahren – auslaufende Bindungen eingeschlossen – um 20 Prozent unter der Durchschnittsmiete des Hamburger Mietenspiegels“, betont Pressesprecher Michael Ahrens.
Kritik kommt von der Opposition. „Selbstverständlich begrüßen wir den Bau jeder Wohnung, die bezahlbar ist. Das Projekt ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aus einer großen Anfrage der Linken geht hervor, dass der Sozialwohnungsbestand in Hamburg Nord in den nächsten zehn Jahren von 8.903 auf 4.462 Wohnungen schrumpfen wird“, so Karin Haas, Vorsitzende der Bezirksfraktion der Linken. (flü)
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