120 neue Wohnungen an der Dorotheenstraße

Wann? 06.04.2017

Wo? Humboldtstraße 89, Humboldtstraße 89, 22083 Hamburg DE
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Ein erster Entwurf des Bauherren zur Nachverdichtung an der Dorotheenstraße Foto: Flüß
 
Drei Hochhäuser stehen hier schon seit 1961. Drumherum: viel Grün Foto: Flüß
Hamburg: Humboldtstraße 89 |

Nachverdichtung in Winterhude: Sieben Neubauten sind geplant. Info-Abend am 6. April

Von Miriam Flüß
Winterhude
In Winterhude sollen 120 für den Stadtteil vergleichsweise günstige Wohnungen entstehen. Geplant ist das Vorhaben unter dem Namen Dorotheen-Kai als Nachverdichtung auf dem Grundstück Dorotheenstraße 10 bis 16, das der Robert Vogel GmbH & Co. KG gehört. Hier stehen bereits drei Hochhäuser aus dem Jahr 1961 mit 211 Wohneinheiten. Das Bauprojekt wird zwar frühestens Anfang 2019 starten, aber bereits im Februar hatte der Investor die Mieter informiert. Am 6. April soll eine weitere Informationsveranstaltung für Anwohner im Quartier folgen.

Sieben Neubauten

Direkt am Mühlenkampkanal sollen sieben Neubauten mit 120 Ein- bis Vierzimmerwohnungen entstehen. „Luxuslage muss nicht immer Luxuseigentum sein“, findet Lars Hansen, Geschäftsführer der Robert Vogel GmbH & Co. KG. Tatsächlich ein Herz für Mieter? „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum auch in attraktiven Stadtteilen schaffen. Das geht auch ohne öffentliche Förderung. Wir sind überzeugt, dass wir eine Kaltmiete für unter 9 Euro an diesem Standort anbieten können.“ Da das Grundstück im Eigentum der Robert Vogel GmbH sei, habe man hier eine andere rechnerische Ausgangslage. Rund 80 Mieter hatten sich im Februar über die Planungen informiert. „Die Reaktionen waren überwiegend positiv“, resümiert Hansen. „Es ging darum, was während der Bauzeit und mit den Parkplätzen passiert und welche Modernisierungen in den bestehenden Gebäuden angedacht sind. Hinzu kamen Anregungen für die Grünanlagen.“ Ein Zugang für alle zum Kanal solle gewährleistet werden, die Errichtung einer Kita sei außerdem in Planung.

Neue Tiefgarage

Die Tiefgarage mit derzeit 152 Stellplätzen wird abgerissen, dieselbe Anzahl soll im Neubau wieder zur Verfügung gestellt werden. Für Hansen kein Problem: „Rund die Hälfte der Stellplätze wird derzeit fremdvermietet und nicht von unseren Mietern genutzt. Die junge Generation verzichtet zunehmend auf ein eigenes Auto.“ Für den Dorotheen-Kai seien deshalb Stellplätze für Elektro-Autos, Carsharing und eine Leihfahrradstation in Planung. Die Transparenz des Verfahrens und Information des Investors zu einem solch frühen Zeitpunkt wird fraktionsübergreifend gelobt. „Ich glaube, dass das Projekt eine Chance hat“, so Thomas Domres, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Kritik: Grün wird zugebaut

„Einige Mieter haben zwar Bedenken, dass ihr Blick verbaut wird, aber irgendwo müssen wir die Menschen unterbringen. Und eine Miete von neun Euro entlastet das Quartier massiv.“ Kritik am Projekt wird von CDU und Linken laut: „Wenn wir unsere Grünachsen nicht anfassen wollen, müssen wir mehr Wohnungen auf der vorhandenen Fläche bauen“, so Bernd Kroll (CDU). „Nachverdichtung muss dann aber so erfolgen, dass es am Ende ein stimmiges Gesamtkonzept gibt.“ „Man darf nicht nur ein Grundstück betrachten, sondern muss sich das gesamte Quartier, also zum Beispiel auch die andere Kanalseite, anschauen. Da muss nachgearbeitet werden“, so CDU-Mann Kroll. Grundsätzliche Kritik übt auch die Linke: „Jetzt soll am Dorotheen-Kai eine der wenigen noch existierenden begrünten Freiflächen buchstäblich zugeklotzt werden. Je dichter und höher gebaut wird, desto günstiger kann die Miete sein. Das ist die einfache Rechnung, die der Öffentlichkeit präsentiert wird. Privatwirtschaftliche Ökonomie bestimmt die Gestaltung der Stadt“, so Herbert Schulz. „Die in Aussicht gestellten unter neun Euro Kaltmiete klingen wie ein gutes Angebot. Gleichzeitig ist es aber eine Miethöhe, die fast 50 Prozent der Hamburger Haushalte de facto ausschließt. Und die Miete wäre nicht gebunden“, gibt Schulz weiter zu bedenken.

Am Donnerstag, 6. April, werden die Planungen für den Dorotheen-Kai der Öffentlichkeit vorgestellt: In der Aula der Ilse-Löwenstein-Schule, Humboldtstraße 89. Ab 18 Uhr liegen die Pläne zur Einsicht aus, um 19 Uhr beginnt die Informationsveranstaltung
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