Abgedroschene Nummern-Revue

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Eine Familie flippt aus: Ben Knop, Tim Grobe, Julian Sengelmann (hinten v.l.), Anne Wiese, Jasmin Wagner, Alice Wittmer (vorn v.l.) in „Familienbande“Foto: Bo Lahola

Kammerspiele: „Familienbande“ enttäuscht durch Zusammenhanglosigkeit

Rotherbaum. Wenn die Verwandten zur Familienfeier zusammenkommen, kann´s ganz schön zur Sache gehen. Die „Familienbande“ sind oft nicht die stärksten, auch wenn die Harmonie unter den Familienmitgliedern nur allzugern beschworen wird. Dieses immer wieder genussvoll bearbeiteten Szenarios haben sich zwei der erfolgreichsten Autoren des deutschen Theaters gemeinsam vorgenommen. Franz Wittenbrink („Sekretärinnen“ und ähnliche Liederabende) und Lutz Hübner („Frau Müller muss weg“) haben „Familienbande“, einen musikalischen Abend unter Verwandten verfasst, der jetzt an den Hamburger Kammerspielen Premiere hatte. Sie haben diese Arbeit wohl nicht wirklich ernst genommen oder hatten zuviel des guten Weines genossen, denn in „Familienbande“ reiht sich ein musikalischer Auftritt recht zusammenhanglos an den nächsten, in denen sich die einzelnen Mitglieder einer ziemlich durchgeknallten Familie vorstellen, die zu Opas 80. Geburtstag in einem düster getäfelten Raum ohne Tische und Stühle zusammentreffen. Zwischen den an Hits von heute und gestern orientierten Musiknummern keifen sich die weiblichen Familienmitglieder regelmäßig an und erleiden hysterische Anfälle. Julius (Ben Knop) kann sich da nur noch mit Rap-Nummern und Revolver retten.
Laut und abgedroschen
Das alles ist laut, abgedroschen und sehr trivial, ermüdet in der schnellen Abfolge der Nummern eher, als dass es gut unterhält. Die weitgehend namhaften Darstellerinnen und Darsteller (u.a. Jasmin „Blümchen“ Wagner, Caroline Kiesewetter, Katharina Abt, Tim Grobe) verstehen ihr Handwerk, können aber bei diesen Vorgaben keine Glanzpunkte setzen.
Die Herren Wittenbrink und Hübner sollten sich schnellstens ihrer Qualitäten besinnen und weiter intelligente Unterhaltung und genau beobachtete Geschichten auf die Theaterbühnen bringen. (ch)
u „Familienbande“ ist bis zum 18. August in den Hamburger Kammerspielen, Hartungstraße 9-11, zu sehen, t 41 33 44 0
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