Abriss ist vom Tisch

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Der Abriss ist vom Tisch. Die Frohbotschaftskirche soll unter Denkmalschutz-Richtlinien umgebaut werden. Doch ist das finanzierbar?Fotos: Kuchenbecker
 
Pastorin Maren Wichern

Frohbotschaftskirche wird umgebaut. Finanzierung unklar

Von Nicole Kuchenbecker
Dulsberg. Euphorie sieht anders aus. Während Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord, der Finanzierung der Umbaumaßnahmen der Frohbotschaftskirche gelassen entgegen sieht, zeigt sich Pastorin Maren Wichern zurückhaltend. „Wir tun alles, um den Weg zu verfolgen, können aber nicht sagen, ob es Erfolg haben wird“, sagt die Pastorin. Der Grund: Jetzt geht es konkret um die Kosten und deren Übernahme, damit das Bauprojekt bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden kann.

Erhalt der Kirchenensembles

Es war ein langes Tauziehen, ein gelungener Kompromiss, mit dem alle Parteien leben können: die Kirchengemeinde, die Kindertagesstätte (Kita), die Bürgerinitiative zum Erhalt der Frohbotschaftskirche und auch die Anwohner, das Denkmalschutzamt und die Politik. Anfang des Jahres hatten Kirche und Bezirksamt eine Machbarkeitsstudie präsentiert, die den Erhalt des Kirchenensembles und gleichzeitig den Ansprüchen und Wünschen der Nutzer, der Kirche und des Kindergartens, entspricht. Satt Abriss sollte umgebaut und saniert werden. Demnach könnten zwei Ebenen im Kirchenschiff eingebaut werden; es würden zwei Kuben entstehen, die frei im Raum stehen würden. In einem der Kuben würde die Kirchengemeinde Platz finden; in dem anderen Kubus könnte die Kita untergebracht werden.
Doch dieses Sanierungsprojekt ist kostspieliger, denn eine „Haus-in-Haus-Bauweise“ kostet mehr, da die Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden müssen. Doch die Kirchengemeinde Dulsberg hat sich zusammen mit ihren zwei Pastorinnen Maren Wichern und Hannegret Riepkes für die Sanierung und den Erhalt der maroden Kirche entschlossen. Doch jetzt scheint alles eine Frage der Finanzierung zu sein.

Deckungslücke möglich?

Allein den Planungsmittelantrag zu stellen, habe rund sechs Monate gedauert, sagt Pastorin Wichern. Doch jetzt sind die Mittel bewilligt und die Planungen laufen auf Hochtouren. Die Kirchengemeinde teilt sich mit dem Bezirksamt die Kosten für die Gutachter und Architekten zu gleichen Teilen. „Jetzt prüfen und bewerten die Fachleute“, versichert Wichern. Vom Brandschutz bis Statik. Muss beispielsweise eine Sprenkleranlage in die Kuben eingebaut werden und wie müssen die Fluchtwege aussehen. Hält das Kirchenschiff die Umbaumaßnahmen? Das sind Fragen, die bis Jahresende geklärt werden sollen. Denn Ende Dezember oder spätestens im Januar erwartet Wichern eine konkrete Auflistung der Umbaukosten. Doch auch wenn sie wissen, was der Umbau nach Denkmalschutz-Richtlinien wirklich kostet, ist die Finanzierung noch unklar. Die Kirchengemeinde kann weiterhin nur rund 1,2 Millionen Euro geben. Den gleichen Anteil noch einmal der Kita-Verband. Ob das reichen wird, zeigt sich mit Veröffentlichung der Gutachten. Das Bezirksamt hat bezüglich einer Förderung durch das aktuelle Städtebauprogramm (RISE) bereits Bedarf angemeldet. Alles scheint auf einem guten Weg. Auch Harald Rösler geht davon aus, dass die Kirche bei ihren Planungen nicht verschwenderisch, sondern verantwortungsbewusst sein wird. Immerhin werden 50 Prozent der denkmalbedingten Mehrkosten dieser Umbaumaßnahme durch die Stadt getragen. Die Finanzmittel zur Realisierung des Bauvorhabens kommen aus dem Programmsegment: Städtebaulicher Denkmalschutz.
Die Entscheidung über die Zuwendungen trifft das Bezirksamt Hamburg-Nord, Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung in Zusammenarbeit mit der städtischen Behörde für Soziales und Umwelt (BSU). Sollte sich jedoch eine finanzielle Lücke zwischen Eigenmittel, Zuschüssen und realen Baukosten klaffen, dann würde die Kirchengemeinde „zurückrudern“. Wichern: „Wenn wir auf eine Deckungslücke zugehen, dann müssen wir in alle Richtungen denken.“ Zuversichtlicher zeigt sich Bezirksamtsleiter Rösler: „Bis Ende des Jahres laufen die Abstimmungen, im nächsten Jahr wird gebaut.“
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