Animationsfilm von Kindern über Menschenrechte

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Filmemacher Louis Fried erläutert den Kindern, wie aus ihren Mal- und Bastelarbeiten der fertige Film entsteht Foto: Korres/wb

Griechischer Stipendiat realisiert in Hamburg ein Projekt mit Flüchtlingskindern. Barmbek Basch stellte die Arbeit vor

Barmbek Vor zwei Wochen ging es lebendig zu im Barmbek Basch: Die Kinder der Flüchtlingsunterkunft am Holsteinischen Kamp waren mit ihren Familien zu Gast, um sich das Ergebnis ihres Workshops anzusehen. Gemeinsam mit Kindern der Adolph-Schönfelder-Schule hatten sie einen Animationsfilm zum Thema Menschenrechte produziert. Kostas Korres (38) aus Griechenland hat das Projekt im Rahmen des Programms „Start – Create Cultural Change“ gemeinsam mit dem Hamburger Filmemacher Louis Fried realisiert. Kostas Korres ist im Rahmen eines Stipendiums der Robert-Bosch-Stiftung für sechs Wochen zu Gast im Kulturhaus Hamburg. „Start“ ist ein Fortbildungs- und Stipendienprogramm, das die neue Generation aufstrebender Kulturmanager in Griechenland unterstützt. „Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in Griechenland suchen derzeit viele Menschen einen Job im Kulturbereich“, erläutert der Stipendiat. Geboren und aufgewachsen in Athen, lebt Kostas Korres heute auf der Insel Rhodos. Dort und auf der Nachbarinsel Kos leben Tausende von Flüchtlingen in riesigen Zeltlagern, darunter auch viele unbegleitete Kinder.

Korres will Flüchtlingskindern helfen


Kostas Korres möchte mit seiner Arbeit diesen Kindern helfen, sie herausholen aus der Isolation und ihnen einfach ein wenig Freude bereiten. Er hat bereits einige andere Projekte mit Kindern realisiert. „Wir müssen bei den Kindern ansetzen, wenn es um Völkerverständigung geht“, argumentiert er. Für sein Projekt in Barmbek hat er Flüchtlingskinder mit deutschen Kindern zusammengebracht. Sprachprobleme gab es keine. „Einige der freiwilligen Helfer haben vermittelt. Manche Kinder konnten auch ein bisschen Englisch, und ein deutsches Mädchen hatte griechische Wurzeln. Und sonst hilft eben noch Körpersprache“, erzählt Kostas. Inhaltlich befasst sich das Projekt mit dem Thema Menschenrechte. Dazu gab es zunächst eine Lesestunde in der Bücherhalle Dehnhaide: Anna Beindorf, Leiterin der Bücherhalle, las aus dem Buch „Wir sind alle frei geboren“. Darin werden die Menschenrechte kindgerecht erklärt. Danach konnten sich die Kinder ein Thema aussuchen, das sie darstellen wollten, beispielsweise „Niemand darf mich verletzen“ oder „Ich darf reisen, wohin ich will“. Nun ging es ans Malen und Basteln. Es entstanden Bilder und Figuren aus verschiedenen Materialien. Diese wurden im nächsten Schritt in Szene gesetzt, immer wieder leicht verändert und jedes Mal fotografiert. So entstand am Ende ein Animationsfilm. Bei der Präsentation waren die acht- bis zwölfjährigen Kinder aufgeregt und stolz zugleich, und am Ende hieß es „Nochmal!“ Kostas Korres hofft nun, dass er seine Erfahrungen in Griechenland umsetzen kann. Ende November muss er sein Projekt in Stuttgart vorstellen. Dann entscheidet sich, ob es für ihn weitergeht, denn nur 15 der 30 Stipendiaten können weitermachen. (ruh)
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