Ankommen in Hamburg

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Samir mit seinem Vater Zolmai (32) und Kathy Remek turnen im neuen Klettergerüst der Unterkunft Maienweg. Foto: Gehm
Hamburg: Maienweg |

Erfolgreiche und zügige Integration dank ehrenamtlicher Helfer

Dagmar Gehm
Barmbek
Kopfüber hängt Samir im Gestänge. Kathy Remek und Denitsa Jürgensen beobachten schmunzelnd, wie viel Spaß die Akrobatik dem Sechsjährigen aus Afghanistan macht. Seit ein paar Wochen erst steht das Klettergerät auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft am Maienweg und lässt Kinder und Eltern zumindest zeitweise vergessen, was sie hinter sich haben und welchen Herausforderungen sie sich noch stellen müssen. „Wir haben viel zu tun“, sagt Denitsa Jürgensen, Unterkunft- und Sozialmanagerin der Unterkunft. Zum Glück gibt es ehrenamtliche Helfer, die sie unterstützen. Seit August ist Kathy Remek als Koordinatorin für das Ehrenamt rund um die Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk Hamburg-Nord tätig, zuständig für 22 Einrichtungen, vier weitere kommen 2018 dazu. Die kleinste Unterkunft an der Krausestraße beherbergt 37 Erwachsene, die größte am Kiwittsmoor 590. „Es gibt viele ehrenamtliche Engagierte im Bezirk, die in unterschiedlichen Bereichen helfen, wo es notwendig ist, nicht alle sind uns bekannt“, so Remek: „Über jeden einzelnen, der sich engagiert, freue ich mich sehr.“

Integration jetzt im Vordergrund

Der hohe Flüchtlingszulauf von 2015 ist abgeebbt, inzwischen geht es hauptsächlich um Integration. Ehrenamtliche unterstützen die Flüchtlinge jetzt bei der Wohnungssuche, geben Deutschunterricht, helfen bei den Hausaufgaben, begleiten sie zu Ämtern und Ärzten, bringen sie in Sportvereine. „Wichtig ist, dass die Neu-Hamburger Berührungsängste verlieren“, so Remek. Vermittelt werden die Helfer von den jeweiligen Unterkunftsmanagern, wie Denitsa Jürgensen am Maienweg. Zweimal im Jahr wird ein „Runder Tisch“ von Remek für die Unterkünfte aus den unterschiedlichen Regionen im Bezirk veranstaltet, um sich mit den Ehrenamtlichen auszutauschen, neues aus der Flüchtlingshilfe vorzustellen, oder Hilfsangebote zu vermitteln. „Wohnen, Arbeit, Ausbildung oder einen Studienplatz zu finden, sind Themen in der Begleitung“, sagt Remek: „Der Bedarf an Begleitern ist sehr hoch.“

Weitere Helfer gesucht

Am Maienweg leben 88 Geflüchtete in vier Bestandshäusern, darunter 57 im Alter unter 18 Jahren. Dass sie so schnell Fuß fassen konnten, hat Perivanrafat Gafur, die im Mai aus dem Irak gekommen ist, nicht zuletzt den freiwilligen Helfern zu verdanken: „Ich liebe Hamburg“, sagt sie, „am liebsten gehe ich mit meinem Mann und unseren vier Kindern in den Stadtpark.“ „Wir können aber noch jede Menge helfende Hände brauchen“, meint Kathy Remek. Der kleine Samir dagegen braucht gerade gar keine Hilfe. Auf dem neuen Spielgerät ist er inzwischen ganz oben angelangt.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 13.10.2017 | 09:38  
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