Aus der Sicht des Radlers

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Der Wiesendamm ist bis Juli für den Durchgangsverkehr gesperrt Fotos: mdt
 
Baumwurzeln wachsen aus dem maroden Radweg

Diskussion um Wiesendamm: Straße gewinnt durch Umbau

Von Marco Dittmer
Winterhude. Vor einer Woche berichtete das Wochenblatt über den Umbau am Wiesendamm. Dort werden zwischen dem PK 33 und Saarlandstraße Radwege auf die Straße verlegt. Das bedeutet vor allem: weniger Parkplätze, veränderte Verkehrsführung und Behinderungen während der Bauarbeiten. Anwohner kritisierten damals die Arbeiten. Viele Leser wünschten sich allerdings nach dem Bericht, den Fokus auch mal auf die Sicht der Radfahrer am Wiesendamm zu legen. Deshalb war der Wochenblatt-Rad-Reporter auf dem Wiesendamm unterwegs.

Der Wiesendamm ist knapp zwei Kilometer lang und eine wichtige Verbindungsstraße zwischen dem Barmbeker Bahnhof und der B 5. Beide Varianten, den Fahrradweg auf dem Gehweg und den Radstreifen auf der Straße, probiere ich an einem Werktag aus. Schnell wird klar: Zum Radweg auf dem Gehweg kann es keine zwei Meinungen geben. Der rund 60 Zentimeter breite Streifen für Radfahrer ist zugewachsen, zugeparkt und verwurzelt. Richtig gefährlich sind die Stellen, an denen die scharfen Ecken der Gullydeckel mehrere Zentimeter aus dem Boden ragen.

Anwohner, die zu ihren Fahrzeugen gehen, kreuzen den Radweg. Was im Hinblick auf die Parksituation auffällt: Viele Parkplätze bleiben leer, weil Zweitereiheparker sie vollständig blockieren. Ohnehin scheint am Wiesendamm der rechte Fahrstreifen fest in der Hand der Anwohner zu sein, die hier ihre Autos abstellen. Zudem belegen abgestellte Wohnmobile meist für Monate die Stellplätze. Viele Leserbriefe und Kommentare beschreiben ähnliche Situationen. Horst Holl aus Winterhude schreibt: „Der vorherige ‚Radweg‘ verdiente den Namen nicht und war gefährlich, viel zu schmal, im Tür-Bereich der geparkten Wagen und führte zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern.“ Helen Klein aus Barmbek sagt: „Ich bewerte die Sicherheit vor allem der Schüler und aller Radfahrer immer noch höher als die Sorge Einzelner um ihren Parkplatz. Ich freue mich sehr über den nun schon so lange angekündigten Radfahrstreifen! Über den alten ‚Radweg‘ ist alles gesagt.“

Umbau überfällig

Nun will ich sehen, wie sich ein Radstreifen auf dem Wiesendamm fährt. Aus dem Polizeikommissariat hieß es: „Es gab hier keine Unfälle, auch das Tempo liegt hier deutlich unter 50 km/h. Deshalb stand eine dringliche Umgestaltung nicht eben auf unserer Prioritätenliste.“ Langsames Tempo und keine Unfälle – das sind für mich zwei Gründe, warum Radfahrer und Autofahrer hier in Zukunft gut miteinander auskommen könnten.




An der Kreuzung Barmbeker Straße mache ich kehrt. Vom Bürgersteig geht es auf die Straße. Ein paar Autofahrer schauen mich etwas irritiert an, der Platz reicht aber für alle aus. Abgesehen von ein paar Schlenkern um Zweitereiheparker und einem kurzen Stopp an einer roten Ampel am Borgweg komme ich ohne Probleme bis zum Polizeikommissariat 33, wo mich erst die Sperrung für die kommenden Arbeiten bremst.
Aus Radfahrersicht steht für mich fest: Der seit zwei Jahren geplante Umbau auf dem Wiesendamm ist überfällig. Parkplatzprobleme gab es – wie auch einige Leser schrieben – schon vor 20 Jahren. Ein Radweg auf der Straße hingegen macht den Umstieg aufs Rad erst realistisch. Sobald die Arbeiten fertig sind, werde ich für eine zweite Testfahrt kommen.
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4 Kommentare
26
Horst Holl aus Winterhude | 17.05.2016 | 20:36  
12
Gerrit Moritz aus Barmbek | 17.05.2016 | 21:39  
6
D. P. aus Winterhude | 23.05.2016 | 08:19  
6
A. M. aus Winterhude | 29.06.2016 | 21:44  
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