Autoverbot wird ignoriert

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Der neue Marktplatz ist Fußgängerzone – leider nicht für alle

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. Kaum ist der neue Marktplatz offiziell eröffnet, schon gibt es Ärger. Autofahrer können - oder wollen - sich offenbar nicht an die Regelung gewöhnen, dass das neu gestaltete Areal nun eine reine Fußgängerzone ist. Anders als früher darf der Marktplatz nicht von Autos befahren werden, und logischerweise ist deshalb auch Parken strengstens verboten. Aber seit der Übergang zwischen Herthastraße und Marktplatz so komfortabel abgesenkt und ebenerdig angelegt wurde, scheint das einige geradezu einzuladen, mit dem Auto auf den Platz zu fahren. Dass auf Höhe Erntingweg ein Schild steht, das ausdrücklich darauf hinweist, dass nur Marktbeschicker den Platz befahren dürfen, stört die Fahrzeuglenker dabei wenig. Innerhalb einer Viertelstunde, so beobachtet die WochenBlatt-Reporterin, fahren insgesamt vier private Wagen sowie ein Taxi trotz Hinweisschildes auf den neuen Bramfelder Marktplatz.
Besonders dreist ist der Fahrer einer blauen Limousine: Er fährt mit deutlich höherer Geschwindigkeit als Schritttempo auf den Platz, überquert ihn fast vollständig - und sieht kurz vor dem Ortsamt ein, dass er auf der anderen Seite nicht wieder herausfahren kann, da dort die Zufahrt zur Ellernreihe noch mit Barrieren versperrt ist. Die Inhaber und Mitarbeiter der Geschäfte im Ärztehaus bestätigen diese Beobachtungen. „Ja, hier parken immer wieder Fahrzeuge. Manchmal bis zu zehn Wagen gleichzeitig“, so eine Mitarbeiterin des Optikerfachgeschäftes. Auch Katrin Kotte von der Hummel-Apotheke kann das bestätigen – verstehen kann sie es hingegen nicht. „Ich fahre doch auch nicht in der Innenstadt auf den Ida-Ehre-Platz, nur weil ich dort was zu erledigen habe“, sagt sie kopfschüttelnd. „Für unsere Kunden halten wir extra Parkplätze bereit, aber auch die werden leider immer wieder zweckentfremdet und zugeparkt.“
Ulrich Päßler von der Straßenverkehrsabteilung im PK 36 kennt die Problematik. Zwar wird fast jeder beobachtete Verstoß zur Anzeige gebracht oder mindestens verwarnt, was auch kurzfristig Wirkung zeige, aber auf lange Sicht sei dem Problem nur mit einer Absperrung beizukommen, so die Meinung des sachkundigen Beamten: „Wir würden an dieser Stelle gerne eine Zufahrtssperre haben“, so Ulrich Päßler. Leider habe das Bezirksamt diese Möglichkeit aus Kostengründen verworfen. Auf Nachfrage heißt es allerdings aus dem Bezirksamt: „Im vergangenen Jahr hat ein Gespräch mit Vertretern des Bezirksamtes und einem Vertreter des Polizeikommissariats 36 stattgefunden. Nach Auffassung des Bezirksamtes wurde dabei der Verzicht auf die Einrichtung einer Sperre oder ähnlich einvernehmlich entschieden.“ An einen „einvernehmlichen“ Beschluss kann sich der Beamte der Straßenverkehrsbehörde nicht erinnern. Er hält eine Sperre für richtig. Aussagen der Geschäftsinhaber bestätigen seine Einschätzung. Viele meinen, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Unfall mit einem Fußgänger passiere. (ts)
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