Barmbek: Anwohner fürchten Neubau Hufnerstraße

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Idyllischer Innenhof der dreigeschossigen Loft31-Gebäude Foto: Heume
 
Elisabeth Voet van Vormizeele Foto: Archiv

Bauvorhaben auf altem Block-House-Gelände mindert Lebensqualität

Von Ruth Heume
Barmbek
Fünf Monate sind vergangen seit der öffentlichen Plandiskussion um das Neubauprojekt an der Hufnerstraße auf dem ehemaligen Block-House-Firmengelände. Damals gab es, wie im Wochenblatt berichtet, teils heftige Kritik. Vor allem an der geplanten Höhe der Neubauten, speziell unter den Gesichtspunkten Belichtung, Besonnung und Belüftung. Seitdem sind die Anwohner nicht untätig geblieben. Vergeblich, wie es derzeit aussieht. Die CDU wollte das Anliegen unterstützen und brachte einen entsprechenden Änderungsantrag zum Bebauungsplan in den Stadtentwicklungsausschuss ein. Doch die rot-grüne Mehrheit lehnte diesen kurzerhand ab. Jetzt hoffen die Anwohner auf das Verständnis des Investors Eugen Block. Besonders betroffen von dem Bauprojekt sind die Bewohner der Wohnanlage „Loft 31“. Durch einen Torbogen am Wiesendamm 31 erreicht man die modernen Bauten, die erst 2012 bezogen wurden. Hier leben 21 Parteien und erfreuen sich an der zentralen und dennoch ruhigen Lage in Barmbek-Nord. Der Innenhof verfügt über großzügige Außen- und Grünflächen sowie einen Spielplatz. Hier wurde der ursprüngliche Bebauungsplan eingehalten: die Gebäude haben nur drei Geschosse. Obwohl die umliegenden Häuser bis zu fünfgeschossig sind, dringt noch genügend Sonnenlicht in den Innenhof. 2014 wurde der benachbarte Behrendt-Bau fertiggestellt. Hier wurde bereits bei einem Gebäude die ursprünglich vorgesehene Geschossanzahl überschritten. Für den für 2018 geplanten Neubau an der Hufnerstraße sollen nicht nur mehrfach die Geschosshöhen überschritten werden. Auch die Grenzen des derzeit geltenden Baugebietes würden nicht eingehalten. Bereits seit Beginn der Planungen 2014 haben sich die betroffenen Bürger aktiv in die Diskussion eingebracht. Aber bisher führte das lediglich zu einer Reduzierung von zwei Staffelgeschossen im westlichen Gebäudeflügel. Das eigentliche Problem aber für die Loft 31-Bewohner ist das geplante fünfgeschossige Gebäude im Innenhof, das ihnen quasi direkt vor die Nase gesetzt wird – und zwar dichter und höher als ursprünglich zulässig.

Enttäuschung bei Nachbarn


Wenn Petra Menzel ihre Wohnung verlässt und ein paar Meter nach rechts geht, steht sie vor dem Zaun, der das Baugebiet abgrenzt. Schon hier wird deutlich, wie nah der Neubau heranrücken wird. Ihr Hauptkritikpunkt aber ist die Verschattung. Die Gemeinschaft der Bewohner hatte bereits 2015 bei einem Architekturbüro eine Verschattungsstudie in Auftrag gegeben. Diese beweist, dass die DIN 5034-1 nicht eingehalten würde. Diese DIN-Norm besagt, dass „in einer Wohnung in mindestens einem Raum am 17. Januar eine Stunde Besonnung gegeben sein muss“. Diese Norm ist allerdings in Hamburg nicht rechtsverbindlich, sondern lediglich eine Empfehlung. In einigen anderen Bauprojekten in Hamburg wird sie aber mittlerweile freiwillig eingehalten. Die Wohnungseigentümergesellschaft lud im März die beteiligten Politiker zum Ortstermin. „Die Vertreter aller Parteien waren entsetzt, als sie hier am Zaun standen“, erinnert sich Petra Menzel. Die SPD versprach, entsprechend zu reagieren, sollte die Verschattungsstudie des Investors das Ergebnis bestätigen. Dennoch kam das Nein von Rot-Grün. „Wir haben immer das Gespräch gesucht und sachlich und konstruktiv argumentiert“, so Petra Menzel. Sie und ihre Nachbarn sind nun zutiefst enttäuscht. Auch Elisabeth Voet van Vormizeele, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Nord, nennt die Entscheidung „einen Schlag ins Gesicht der Bürger“. Es reiche nicht, von Bürgerbeteiligung zu reden, aber immer dann zu kneifen, wenn es gegen einen prominenten Investor gehe, so die Politikerin. Auf genau diesen prominenten Investor setzen nun Petra Menzel und ihre Nachbarn: „Wir werden uns schriftlich mit Herrn Block in Verbindung setzen und sind jederzeit zum Gespräch bereit.“ Ihr Hauptanliegen: die Einhaltung der ursprünglich im Bebauungsplan vorgesehenen Höhe von 17 Metern, also drei Geschossen, und der jetzigen nördlichen Baugrenze. „Wir haben nichts gegen neuen Wohnraum“, betont sie. „Wir wünschen uns lediglich eine Bebauung, die die Lebensqualität der Anwohner nicht einschränkt.“
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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 16.08.2016 | 08:09  
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