„Barmbek war früher!“

Anzeige
Abriss der grünen Villa an der Hufnerstraße.Foto: Geschichtswerkstatt Barmbek/hfr
Barmbek. Hamburg ist eine wachsende Stadt, die sich rasant verändert. Das trifft auch Barmbek (und Dulsberg) zu, wie ein Wohnungsmarktgutachten ergibt, welches das Bezirksamt Nord in Auftrag gegeben hat. In Barmbek und Dulsberg leben 91.000 Menschen in 61.000 Haushalten; 40.000 Personen leben allein Barmbek-Nord, 33.000 in Barmbek-Süd und rund 18.000 in Dulsberg. Meist sind es kleine Haushalte: Der Anteil von Singlewohnungen liegt bei stattlichen 70 Prozent. Nur jeder zehnte Haushalt ist ein Familienhaushalt, 43 Prozent davon sind alleinerziehende Familien. Der größte Teil der Wohnungen sind Geschosswohnungen in Mehrfamilienhäusern. Der Bestand ist seit dem Jahr 2000 nur um ein Prozent gewachsen – viel zu wenig, um die Nachfrage zu decken. Ein Drittel des Wohnbestandes gehört Genossenschaften und der SAGA-GWG, nur vier Prozent aller Wohnungen sind Sozialwohnungen. Wer hier lebt, dem stehen im Schnitt 55 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, 60 Prozent der Wohnungen haben 2 bis 2,5 Zimmer. Nur 20 Prozent der Wohnungen sind mit drei oder mehr Zimmern für Familien geeignet. Vor allem junge Neuhamburger, die nach einigen Jahren wieder wegziehen, finden Barmbek attraktiv. Familien ziehen vor allem in Stadtteile mit günstigeren Mieten, Kinderlose 30- bis 50-Jährige ziehen – ebenso wie Senioren – in Stadtteile mit ähnlichem oder höherem Mietenniveau. Jeder vierte Bewohner in Barmbek und Dulsberg hat Migrationshintergrund; in Dulsberg sind es 40, in Barmbek 23 Prozent. Das Hamburger Mittel liegt bei 30 Prozent.
Praktisches Anschauungsmaterial zum Thema bieten in Barmbek gleich zwei Ausstellungen: Im Museum der Arbeit dokumentiert „Eine Wohnung für uns!“ die Tradition der Baugenossenschaften. In der Bücherhalle Barmbek zeigt die Ausstellung der Geschichtswerkstatt, die bis zum 19. Januar verlängert worden ist, den Wandel des Stadtteils in der Ausstellung „Barmbek war früher!“. (leu)

„Eine Wohnung für uns!“, Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienkarte 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. „Barmbek war früher!“, Bücherhalle Barmbek, Poppenhusenstr. 12.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige