Barmbeker Bahnhof: Dauerbaustelle als Labyrinth

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Die Deutsche Bahn will noch bis Ende 2016 die Zugänge zur S-Bahn modernisieren Foto: cb

Weite Umwege zur S-Bahn. Aufzug fällt während der Arbeiten aus

Barmbek „Entschuldigung, können Sie bitte mir sagen, wie ich zur Pestalozzistraße komme?“, fragt die alte Dame mit der Gehhilfe. So wie der 93-jährigen Wandsbekerin, die gerade zwei Stationen mit der U-Bahn bis nach Barmbek zurückgelegt hat, geht es zurzeit vielen Fahrgästen am Barmbeker Bahnhof: Orientierungslosigkeit macht sich breit.
Wer hier nicht regelmäßig fährt, der braucht Zeit, um sich zurechtzufinden. Hinweisschilder sind Mangelware. Vor allem der Weg zur S-Bahn ist ein Problem. Der Grund dafür: An einem der größten Verkehrsknotenpunkte der Stadt, so die Hochbahn, wird weiter gebaut – wie schon seit Jahren.
Zuerst wurden der Busbahnhof und der Eingang zur Schalterhalle vom Wiesendamm aus modernisiert. Als das endlich fertig war und man sich über helle, saubere Busterminals und das neue HVV-Servicecenter freuen konnte, legte die Deutsche Bahn los, um die seit langen Jahren geplante Sanierung der S-Bahnanlage anzugehen. Seitdem gibt es wieder Lärm, Dreck und Behinderungen. Bis Ende 2016 sind die Bahnlinien S 1 und S 11 nur über die beiden Zugänge am Wiesendamm sowie über den Tunnelzugang von der Fuhlsbüttler Straße aus zu erreichen.

Nur eine Rolltreppe


Vor allem Gehbehinderte und Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrädern oder mit schwerem Gepäck – die Linie S1 bedient die Station Hamburg Airport (Flughafen) – haben das Nachsehen: Aus Richtung Fuhle führt nur eine Treppe auf den Bahnsteig.
Die einzige Rolltreppe gibt es vom westlichen Eingang aus auf den Bahnsteig hoch. Wer mit der S-Bahn ankommt, muss also auf jeden Fall schleppen. Besonders hart betroffen sind Menschen, die auf den Aufzug angewiesen sind, wie beispielsweise Rollstuhlfahrer.
Denn der Lift, bisher am Ausgang zum ehemaligen Busbahnhof/Pestalozzistraße, fällt während der gesamten Baumaßnahme komplett aus. Wer den Hinweisschildern in der Schalterhalle zum Fahrstuhl folgt, landet vor einer Bretterwand.
Erst im nächsten Jahr soll die Unterführung einen neuen Aufzug erhalten und drei neue Ladenlokale. Ein Fahrstuhl steht bis dahin nur für die U-Bahnsteige zur Verfügung. Die alte Dame aus Wandsbek macht sich nun zuversichtlich und gestützt auf ihre Gehhilfe auf den Weg. „Gut, dass ich bis zu meinem Arzttermin noch genug Zeit habe“, sagt sie. Gerade sind zwei Mitarbeiter der Bahn damit beschäftigt, provisorische Wegweiser anzubringen. Eine kleine Hilfe in einer Dauerbaustelle, die für manchen wie ein Labyrinth erscheint. (cb)
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2 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 10.06.2015 | 07:58  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 24.06.2015 | 14:53  
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