Barmbeker Bahnhof: Zebrastreifen kommt

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Viele Autofahrer ignorieren Fußgänger beim Verlassen des Kreisels. Nun kommt der Zebrastreifen Foto: ruh

Viele Autofahrer ignorieren Fußgänger beim Verlassen des Kreisels. Nun kommt der Zebrastreifen Foto: ruh

Barmbek Immer mal wieder war in den vergangenen drei Jahren der nördliche Kreisel auf der Fuhlsbüttler Straße am Barmbeker Bahnhof auch Thema im Wochenblatt – häufig genug aufgrund von Leserhinweisen. Tenor: Das Überqueren des Kreisverkehrs, insbesondere für Fußgänger, gestalte sich problematisch, wenn nicht gar gefährlich, weil Autofahrer offenbar nicht die Vorfahrtregelung beachteten oder überhaupt kannten. Jetzt aber gab die Polizei im Regionalausschuss Barmbek/Uhlenhorst überraschend bekannt, dass der Kreisverkehr an der Fuhlsbüttler Straße/ Pestalozzistraße Fußgängerüberwege („Zebrastreifen“) bekommen werde. Genau das war von Passanten auch immer wieder gefordert worden – wurde bisher aber rigoros abgebügelt. Seit 2013 hatte sich auch die SPD-Fraktion für die Einrichtung von Fußgängerüberwegen eingesetzt und gemeinsam mit umliegenden Gewerbetreibenden der IG Fuhle über 2.000 Unterschriften für Zebrastreifen gesammelt. Die Polizei lehnte die Forderung immer wieder mit der Begründung ab, dass es zu keinen Unfällen gekommen sei und Fußgänger und Autofahrer sich mit der Situation arrangiert hätten. Jetzt erklärte die Polizei, dass der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) Schwierigkeiten bei der Überquerung des Kreisels angezeigt habe. „Für Blinde und Sehbehinderte ist es generell schwierig, sich an Kreisverkehren zu orientieren“, so Peter Vogt, Leiter Prävention und Verkehr im Polizeikommissariat 31.

Zeitplan unklar


Alexander Kleinow, SPD-Sprecher für Barmbek, zeigt sich über diese Wendung hoch zufrieden: „Unsere Hartnäckigkeit hat sich endlich ausgezahlt. Dank des Hinweises des BSVH war das Fass voll: Der Zebrastreifen kommt. Unzählige Beschwerden sind bei uns eingegangen, mehrere Versuche haben wir gestartet, leider immer vergebens. Weil nur wenige die Regelungen zum Queren des Kreisels kennen, kam es immer wieder zu Konfliktsituationen – niemand geht da aktuell gern und entspannt über die Straße.“ Mit den Zebrastreifen sei nun zukünftig auf Klarheit ergo Sicherheit zu hoffen, so Kleinow. Peter Vogt sieht die Einführung der Fußgängerüberwege durchaus kritisch, denn für die aus der Pestalozzistraße kommenden Busse werde es dann seiner Einschätzung nach „wirklich schwierig, wegzukommen, wenn gerade eine Bahn angekommen ist und dann ein ganzer Schwung Leute die Straße überqueren muss“. So würden mit der aktuellen Entscheidung die Interessen der Blinden und Sehbehinderten über die der Interessen der Busfahrer gestellt. Und alle anderen Fußgänger profitieren schließlich auch davon. Wann die Maßnahmen im Detail umgesetzt werden, ist noch nicht bekannt. (ba/ruh)
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