Bereit zum Neubau unter Kirchenhülle

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Im Kirchenschiff ist nur noch ein großer Schutthaufen geblieben. Wenn alles glatt läuft, soll in 20 Monaten die Eröffnung der neuen Räume gefeiert werden Foto: Innenansicht WRS Architketen

Kita-Würfel auf Pfählen geplant. Altar steht jetzt in Polen

Barmbek In der Frohbotschaftskirche direkt am Straßburger Platz wird kräftig gebaut und „bisher läuft alles nach Plan“, so Architekt Robert Schlett. Das Innere der Kirche wurde bereits komplett entkernt und geblieben sind riesige Berge aus Sand und abgerissener Steine. Ein gigantischer Schutthaufen, aus dem nun etwas ganz neues erwachsen soll. Zwei Kuben werden im Kirchenschiff entstehen, in denen sowohl die Kita als auch die Gemeinderäume untergebracht werden können. Ein gigantischer Bau mitten in der Kirchenhülle, in der noch im vorigen Jahr Taufen gefeiert wurden.
Grund für die gigantische Unternehmung: Zum einen steht die Kirche unter Denkmalschutz und muss demnach in ihren Grundmauern erhalten bleiben, zum anderen waren die umliegenden Gebäude, in denen Kita und Gemeinderäume bis heute ihren Standort haben, marode geworden. „Es bleibt im vorderen Teil genug Platz für die Gottesdienste“, so Pastorin Maren Wichern, die zusammen mit ihren Kollegen mit Spannung auf das Ergebnis wartet, das Ende 2017 stehen soll. So richtig vorstellen können sich aber auch die Dulsberger Kirchengänger den Bau im Bau noch nicht.
Die Empore, auf der noch vor wenigen Monaten die Orgel stand, wurde zuletzt abgerissen, die Zwischendecke bereits entfernt, der Altar nach Polen verschickt und auch viele der Kirchenbänke und Stühle verkauft. Die Orgel klingt jetzt in einer anderen Gemeinde. „Wir haben vieles einfach weitergegeben, das Kreuz aber selbstverständlich eingelagert“, so Pastorin Hannegret Riepkes, die zusammen mit Maren Wichern immer vor Ort ist und den gesamten Bauabschnitt mit verfolgt. „Der nächste Schritt sind dann die Pfähle, die in den Boden gerammt werden und auf denen die zwei Kuben gebaut werden sollen“, so der Bauherrenvertreter Günter Buhl. Viel Lärm entsteht für die Anwohner durch die Baustelle zurzeit nicht, denn die Hülle ist komplett geschlossen und so dringt kaum ein Geräusch nach außen. „Beim Fenstereinbau kann es kurzzeitig mehr Lärm geben“, so Architekt Robert Schlett.
Der Neubau von gleich zwei kompletten Gebäuden im Inneren einer Kirche hat absoluten Seltenheitswert. In zirka 20 Monaten kann man diese Rarität dann bewundern. (kg/wb)
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