bezahlBar in Barmbek: Hier gewinnen alle

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Murat und Cansu starten durchFoto: Leuschen
Schick sieht es aus, wie in einer Edel-Boutique. Die Preise sind allerdings eine Überraschung: Die Ware, zum Teil fabrikneu und hochwertig, können Menschen mit wenig Geld in diesem Sozialkaufhaus unschlagbar günstig kaufen. Wer von Hartz IV lebt oder nachweisen kann, dass er weniger als 800 Euro monatlich zur Verfügung hat, bekommt eine Kundenkarte.
Vor drei Jahren gründete die Jugendbildung Hamburg das besondere Kaufhaus. Knapp fünfzig Jugendliche haben dort eine Ausbildung und Arbeit gefunden. Mit schlechtem oder ohne Schulabschluss kamen sie zur Jugendbildung Hamburg, um sich auf das Berufsleben vorzubereiten. Doch wenn man Nicola, Murat und Cansu hier bei der Arbeit erlebt, ist es nur schwer vorstellbar, warum sie im Bildungssystem scheiterten. Mit guten Noten in der Berufsschule zeigen sie, dass Lernen nicht das Problem ist, wenn es Sinn macht.
Einen schlechten Start hatte Nicola. Nach der Schule hatte die 20-Jährige mehrere Ausbildungen angefangen, doch nichts passte. „Die Kreativität fehlte“, sagt die zierliche junge Frau mit den Tattoos. Im bezahlBar hat sie sich gefangen, sie trifft Entscheidungen, schreibt gute Noten – Nicola ist ehrgeizig geworden, sie wird ihren Weg machen. Vielleicht sogar in ihrem Traumberuf, „in der Motorradbranche.“
Murat erträgt keine Ungerechtigkeit. Schon mit elf hat der 23- Jährige im Laden des Vaters geholfen, und nach der Schule eine Ausbildung bei einer Tankstelle begonnen. Doch mit dem Chef kam er nicht zurecht, er fühlte sich ausgebeutet. Bei der Jugendbildung kann der höfliche junge Mann nun seine Ausbildung zu Ende machen.
Cansu verließ die Schule schon in der 7. Klasse, „ich hatte die falschen Freunde“. Mit 19 heiratete die hübsche junge Frau, ihr Mann wollte nicht, dass sie arbeitete. Cansu trennte sich und beschloss, ihre Ausbildung nachzuholen. Die ARGE vermittelte sie an die Jugendbildung Hamburg. Doch das reicht ihr nicht, sie will, ihr Abitur machen. „Ich bin sehr analytisch, Buchhaltung liegt mir“, sagt die 25-Jährige.
„Langfristiges Ziel ist es immer und jeden Tag, unsere Jugendlichen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und dorthin zu führen“, sagt Dr. Frank Elster, Geschäftsführer der Jugendbildung Hamburg. (leu)
u Habichtstr. 126, geöffnet Mo–Fr, 10–18 Uhr, www.
bezahlbar.jbh-hamburg.de,
t 18 99 82 18
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