Bezirksamt prüft Asklepios-Bauvorhaben

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Ende Juli berichtete das Wochenblatt Archiv: wb

Wie geht es weiter mit dem Medizin-Campus?

Barmbek Nachdem das Denkmalschutzamt die Landarbeiterhäuser an der Hebebrandstraße auf die Denkmalliste eingetragen hat, sind die Pläne des Klinikkonzerns Asklepios erst einmal ins Stocken geraten (das Wochenblatt berichtete). Das Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe des Konzerns, derzeit an der Eiffestraße in Hamm untergebracht, soll an der Hebebrandstraße neu entstehen. Dort sollen in einem maximal sechsstöckigen Gebäude 1.000 Auszubildende unterrichtet, außerdem Fortbildungen durchgeführt werden. Zusätzlich ist ein Wohnheim mit 110 Plätzen geplant. Dafür sollten nach altem B-Plan die Landarbeiterhäuser weichen.

Alle wollen Campus


Dass Asklepios auf die Einbeziehung der zehn Reihenhäuschen, als „Langer Jammer“ bekannt, besteht, wird in der Bezirkspolitik als unglücklich bewertet, weil eigentlich alle Akteure an der Realisierung des Campus interessiert sind –allerdings nicht um jeden Preis. Der Konzern gibt an, dass aktuell ungeklärt sei, ob die alten Arbeiterhäuser auf dem in Frage kommenden Gelände als denkmalschutzwürdig eingestuft wurden. Das sehen die anderen Beteiligten anders, auch wenn nicht alle mit dieser Tatsache glücklich sind. Das Bezirksamt Nord versucht, Ruhe in die Angelegenheit zu bringen; es wird demnächst ein Bauvorbescheidsverfahren durchführen. „In diesem Verfahren wird geprüft werden, ob das Bauvorhaben im Einklang steht mit öffentlich-rechtlichen Vorschriften.“
„In das Bauvorbescheidsverfahren wird auch das Denkmalschutzamt eingebunden werden“, erklärt Sprecherin Katja Glahn. Und auch die Finanzbehörde will erst einmal prüfen. Denn die Häuser gehören dem Landesbetrieb LIG, der der Finanzbehörde angegliedert ist, verwaltet wurden sie von der SAGA. „Aufgrund der Unterschutzstellung wurde die SAGA gebeten, den Instandsetzungs- und Sanierungsbedarf zum Erhalt der Gebäude zu ermitteln“, so Behördensprecher Daniel Stricker zum Wochenblatt. Das ist Bedingung dafür, ob die Häuser überhaupt anderweitig genutzt werden können, zum Beispiel als Flüchtlingsunterkunft. „Das Bezirksamt ist nicht mit Frage der Eignung der Landarbeiterhäuschen als Unterkunft für Flüchtlinge befasst“, sagt Katja Glahn.
„Ein entsprechender Antrag der Gruppe Piraten, wonach sich der Bezirksamtsleiter gegenüber der SAGA für eine Nutzung durch Flüchtlinge einsetzen sollte, wurde vom Stadtentwicklungsausschuss vertagt und wird erst im September wieder zur Befassung anstehen.“ Es bleibt also spannend bis zum Herbst. (leu)
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