Blick ins Dieselstraßenquartier

Anzeige
Das ist die aktuelle Planung des sogenannten Dieselstraßenquartiers Vorlage: STEG/Grafik: Kühn

Nach Kritik von Bürgern soll es mehr Transparenz geben. Neue Homepage ausguck-barmbek.de

Barmbek Eine neues Wohnquartier mit rund 675 Wohnungen soll in den nächsten Jahren auf einem etwa zehn Hektar großen Gelände zwischen Dieselstraße und Steilshooper Straße entstehen (das Wochenblatt berichtete). Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hat dem Bebauungsplan-Entwurf Barmbek-Nord 11 bereits Herbst 2014 zugestimmt, eine erste Info-Veranstaltung war am gestrigen Dienstag.
Aber während das Verfahren zum B-Plan läuft, fühlen sich die Anwohner der angrenzenden Straßen zunehmend von den Behörden alleine gelassen. „Wir fühlen uns so veräppelt. Auf unsere Sorgen wird überhaupt nicht eingegangen“, stellt Rita Collmann fest. Seit über 30 Jahren lebt sie an der Steilshooper Straße, gegenüber der Flächen, auf denen bald vier- bis fünfgeschossigen Neubauten plus Staffelgeschoss entstehen sollen. „Wir werden zugebaut, uns wird regelrecht die Zufuhr an frischer Luft abgeschnitten – und dass, obwohl man durch die Messstation an der Habichtstraße weiß, dass hier eine extrem starke Luftverschmutzung herrscht“, kritisiert Collmann, die darüber hinaus um die Statik ihres Mehrfamilienhauses bangt.

Keine Berücksichtigung


„Wir haben Angst um unser Gebäude, es musste früher schon gestützt werden“, betont die Barmbekerin, die befürchtet, dass es durch die Bauarbeiten weiteren Schaden nehmen könnte. „Aber uns berücksichtigt man bei den Planungen gar nicht, die aktuelle Information der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg wurde bei uns zum Beispiel nicht verteilt“, bemängelt sie. Auch die Bürgerinitiative (BI) Diesellandstraße moniert, dass die Einwände, die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens an den Eingabenausschuss der Hamburger Bürgerschaft gerichtet hatten, unbefriedigend beantwortet worden seien. Viele Antwortschreiben seien identisch gewesen, es sei nicht auf einzelne Fragen und Kritikpunkte eingegangen worden, so die BI. Sie rät nun auf ihrer Homepage www.dieselstrassenland.de dazu, abgelehnte Eingaben noch einmal einzusenden. Rita Collmann hat inzwischen selbst die Initiative ergriffen und Kontakt zu einem der zukünftigen Investoren, dem Bauverein der Elbgemeinden, aufgenommen.

Infoforum „Ausguck“


„Wir hatten heute ein sehr gutes Gespräch mit einem Vertreter der Baugenossenschaft“, zeigt sich Collmann erleichtert. „Es wurde uns versichert, dass auf bestehende Bausubstanz Rücksicht genommen wird, dass vorherige Gutachten üblich sind, dass Grünstreifen und alter Baumbestand eingeplant sind“, atmet sie auf und fragt gleichzeitig. „Warum hat man uns das nicht von Anfang an gesagt? Dann wäre die Wut gar nicht erst so hoch gekocht und wir wären beruhigter gewesen.“ Die Kommunikation wollen nun die Stadt Hamburg und der Bezirk Hamburg-Nord über ein „Infoforum“ verbessern: Über die neu eingerichtete Homepagewww.ausguck-barmbek.de, über t 43 13 93 49 und via E-Mail an barmbek-nord11@steg-hamburg.de sollen Fragen aus der Bevölkerung beantwortet werden. (cb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige