Campus statt Skaterhalle

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So hätte sie aussehen sollen, die Skater- und Mehrzweckhalle „Golden Stylz“ in Steilshoop Quelle: Alraune
 
Holger Stümpel, Geschäftsführer der Alraune gGmbHFoto: ts

Gelder werden umverteilt: 500.000 Euro fürs neue Quatierszentrum

Von Tanja Sobersko
Hamburg. Es war ein Traum der Alraune gGmbH und lange glaubten auch viele daran: eine Skater- und Mehrzweckhalle für Steilshoop. Jetzt sollen die dafür bereits gestellten 500.000 Euro aus dem SIP-Fonds (Sonderinvestitionsprogramm) in den Neubau „Campus Steilshoop“ fließen. Und obwohl sogar ein genehmigter Bauantrag vorliegt, der tatsächlich noch gültig ist: die Skaterhalle Steilshoop wird nie gebaut werden. Mittlerweile sieht es Alraune-Geschäftsführer Holger Stümpel gelassen: „Unter heutigen Bedingungen wäre
ein Bau auch gar nicht mehr möglich. Die Eigenleistung, die wir unter anderem mit ABM-Mitarbeitern hätten erbringen müssen, können wir nicht mehr leisten. Es ist gut, dass das Geld einem Zweck zugeführt wird, von dem die Menschen hier in Steilshoop profitieren.“ Dennoch bleibt die Frage, wie das Projekt scheitern konnte, das so hoffnungsvoll begann. Der erste Entwurf der Halle sah ein Plus-Energie Konzept vor, bei dem eine 800 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach für Stromerzeugung genutzt werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt gab es Einspeisvergütungen von bis 42 Cent pro Kilowattstunde.
Amt zweifelte am Konzept
Heute liegt die Vergütung bei etwa 16 Cent. Das Konzept selbst stieß im Jahre 2011 auf positive Resonanz. Dann entbrannte eine lange Debatte zwischen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und dem Bezirk über die Restfinanzierung. Schließlich einigte man sich auf 120.000 Euro, die der Bezirk zur Verfügung stellte. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Stellen der sogenannten „Ein-Euro-Jobber“ gestrichen.
Ein neues Konzept musste her, denn nun konnte die geplante Eigenleistung vom Träger Alraune nicht mehr erbracht werden. Es wurde ein neues Konzept – diesmal für eine kleinere Halle und ohne Photovoltaikanlage – eingereicht. Nun zweifelte das Bezirksamt ganz offen an der Wirtschaftlichkeit des Konzepts und kündigte an, es von einem Wirtschaftsprüfer beurteilen zu lassen.
Haushaltausschuss tagt
Alraune betonte, dass sie die Kosten für diesen Prüfer nicht übernehmen würden, da sie mit Architekten und Planern bisher bereits 30.000 Euro investiert hatten. „Das ist das einzige, was wirklich sehr ärgerlich ist. Das war aus eigener Tasche bezahltes Geld, das gibt uns niemand wieder“, so Geschäftsführer Holger Stümpel. Nicht zuletzt sorgte der Wohnungsbau-Boom in Hamburg für steigende Preise in der Baubranche, so dass gefürchtet werden musste, dass die Kosten für den Bau der Halle erneut steigen würden.
Ein Wirtschaftsprüfer wurde letzten Endes nie beauftragt,
dafür gibt es den aktuellen Antrag der SPD, die 500.000 Euro in
das Projekt „Campus Steilshoop“ zu übertragen. Der Haushaltschuss der Bürgerschaft beschließt die Umwidmung am kommenden Freitag. Alraune nimmt Abschied von seiner Skaterhalle „Golden Stylz“ und hofft nun für seinen Verzicht auf finanzielle Unterstützung von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt beim Bau von Häusern auf dem Verkehrsübungsplatz Steilshoop, damit die Fahrgeräte nicht länger in Containern untergebracht werden müssen.
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