Das „Pergolenviertel“

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Kleingärtner im Einsatz: Unter bestimmten Bedingungen wollen sie kooperieren. Foto: Haas

Hebebrandquartier wird umbenannt

Von Waltraut Haas
Barmbek/Winterhude. Rege Diskussionen herrschten kürzlich beim vierten Treffen des Planungsbeirat zum Hebebrandquartier. Zwar bekräftigten Kleingärtner der Gruppe „Eden für Jeden. Hebebrand bleibt grünes Land“ weiterhin ihre grundsätzliche Opposition gegen die Räumung ihrer Parzellen.
Für den Fall jedoch, dass sich das Bauprojekt zwischen City Nord und S-Bahnlinie nicht mehr aufhalten lasse, stellten sie „hilfsweise“ mehrere Anträge: Wenn die Bauarbeiten im Norden und Süden des Geländes ab 2014 starten, sollten möglichst viele der aktuellen Parzellen erhalten bleiben. Zweitens sei der bestehende alte Baumbestand und Pflanzenbewuchs nach Möglichkeit zu schonen. Und drittens fordert die Initiative Mitspracherechte bei zukünftigen Regelungen zur Anlage neuer Gärten. Info: www.eden-fuer-jeden.de
Wie mehrfach berichtet, müssen für das größte Stadtentwicklungsprojekt im Bezirk Nord mit 1350 neuen Wohnungen die aktuellen 330 Kleingartenparzellen der Vereine „Heimat“ und „Barmbeker Schweiz weichen. Seit Mai 2011 findet dazu ein aufwändiges Verfahren der Bürgerbeteiligung statt.
Wie soll das neue Wohnquartier aussehen? Zu dieser Frage wurden Architekten und Landschaftsplaner in einem Wettbewerb beteiligt. Ende Juni wurden die Sieger gekürt.
Der Siegerentwurf des Hamburger Landschaftsarchitekten Daniel Lichtenstein und e2a Eggert Architekten aus Zürich gibt dem ambitionierten Wohnprojekt schon deutliche Konturen. Breite Durchgänge zwischen geplanten Häuserblöcken im Norden und Süden, dazwischen ein Wegenetz auf einem parkartig gestalteten Gelände sieht der Entwurf vor. Mindestens 160 Kleingärten können auf einer Fläche von sechs Hektar wieder angesiedelt werden, umgeben von Lauben und Pergolen.
Bezirksamtsleiter Harald Rösler ließ es sich nicht nehmen, an der Diskussion persönlich teilzunehmen. Auch viele Bezirkspolitiker waren zugegen, vier Kleingärtner diskutierten mit – auf Augenhöhe.
Kürzlich hatte der Bezirk Nord zu einem öffentlichen Namensfindungsworkshop in die Robert-Koch-Straße eingeladen. Schon seit längerem stand die Bezeichnung „Hebebrandquartier“ für das Mega-Bauprojekt unter Kritik. Nach einer über dreistündigen Diskussion fiel die Entscheidung. Das „grüne und soziale Wohnquartier“ soll künftig „Pergolen-Viertel“ heißen. Denn die Laubengänge und Pergolen seien ein stilprägendes Merkmal des neuen Quartiers, so die Begründung.
Wie geht es weiter?
Zwei Mitglieder aus dem Planungsbeirat beteiligen sich künftig an einer Steuerungsgruppe, in der auch der Landesbund der Gartenfreunde mitarbeitet. Damit startet ein öffentliches Verfahren zur konkreten Planung, in der es auch um Anlage und Größe der neuen Gärten geht, ebenso um die Schaffung von Ersatzgärten: Rund 60 Parzellen könnten im städtischen Anzuchtgarten entstehen, weitere Ersatzflächen sollen in Langenhorn zur Verfügung stehen.
Das erste öffentliche Kleingarten-Forum tagt am 19. September. Ort wird noch bekannt gegegben. Info: www.forum-
hebebrandquartier.de (wh)
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1 Kommentar
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Christine Desimeier aus Winterhude | 07.09.2012 | 19:53  
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