Das war der „PRO-Block“

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Der ehemalige PRO-Block an der Ecke Lohkoppelstraße Schleidenstraße. Fotos: lü

Auf Entdeckungstour im Stadtteil

Barmbek. So manchem ist der große Wohnblock an der Schleidenstraße gegenüber dem Arbeitsgericht vielleicht schon aufgefallen. Geradezu prächtig wirkt das Gebäude mit seiner zurückgesetzten Fassade in Putz und Backstein und der interessierte Passant erfährt auf einer Infotafel der Geschichtswerkstatt Barmbek, dass der Komplex zur Zeit der Fertigstellung 1905/6 Raum für 255 Wohnungen in moderner Qualität bot. Ein Außenfenster sorgte dabei für Tageslicht in jedem Raum. Möglich wurde dies durch eine U-förmige Bauweise, die als Hamburger Burg bekannt und oft kopiert wurde. Bauherr war die Genossenschaft „Produktion“, die eine Heimat für Mieter und kein Renditeobjekt errichtete. Bis 1933 war der auch PRO-Block genannte Komplex eine Hochburg der organisierten Selbsthilfe der Arbeiterschaft in Hamburg. Als zentralerer Treffpunkt diente ihr die blockeigene Gaststätte. Im dortigen großen Saal fanden Versammlungen der vorwiegend sozialdemokratisch orientierten Abeiterbewegung statt und auch der Volks-Chor Barmbek trat dort auf. Im Juli 1943 brannte die U-förmige Anlage aus und wurde 1949/50 weitgehend in alter Gestalt wiederaufgebaut. Die früheren Gemeinschaftsaktivitäten lebten aber nicht wieder auf. Seit 1980 ist der Wohnblock in Privatbesitz. (lü)
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