Den Abschluss in der Tasche

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Diesen neuen Ford Transit spendierte kürzlich Barclaycard, weil der alte Bus kaputt gegangen war Foto: Stümpel

Hauptschulabschluss in der Produktionsschule Steilshoop durch Privatsponsor möglich

Steilshoop 13 von 18 Schülern der Produktionsschule „Stylz“ in Steilshoop haben im Sommer ihren Hauptschulabschluss bestanden, berichtet Leiter Andreas Plog stolz. Das sei nämlich ganz und gar nicht gewöhnlich in Schulen wie seiner. Und dass ein privater Sponsor wie Barclaycard dies seit zwei Jahren überhaupt ermögliche, sei erst recht speziell.
„Zu unseren Schülern gehören Jugendliche Steilshoops und der angrenzenden Stadtteile. Es sind Jugendliche, die als nicht ‚beschulbar’ gelten, die ‚schuldistanziert’ oder auch Schulsystemverweigerer sind. Es sind die Verlierer unseres zielorientierten Schul- und Ausbildungssystems. Meistens ohne Hauptschulabschluss, nicht vermittelbar in Ausbildung und Lehre“, sagt Plog.
Seit 2011 befindet sich die Schule in freier Trägerschaft des Vereins „Soziale Arbeit und Fortbildung e. V.“. Produktionsschulen sind keine Schulen im Sinne des Hamburger Schulgesetzes. Gleichwohl seien sie Bestandteil der Schulstruktur im Übergangssystem Schule – Beruf und werden entsprechend über den Bildungshaushalt der Hansestadt finanziert, erklärt Jens Stümpel, der als technischer Leiter auch fürs Sponsoring verantwortlich zeichnet. „Für jeden Schüler erhalten wir monatlich eine Finanzierung von der Schulbehörde“, so Stümpel. Rund 52 Plätze habe die Schule, zurzeit seien nur 42 belegt. Dies bedeute, man plane von Monat zu Monat – „insbesondere für die 17 Sozialpädagogen und Ausbilder bedeutet das eine große Planungsunsicherheit“, ergänzt Andreas Plog, der demzufolge nur befristet einstellen kann. Geld für die Möglichkeit, dass Produktionsschüler ihren Hauptschulabschluss machen können, sei bei der Behörde erst gar nicht vorgesehen. In Steilshoop hat man indes einen „strategischen Partner“ gefunden, wie Jens Stümpel beschreibt.

Schüler lernen Sparen


Das Geldinstitut unterstützt den Schulunterricht mit jährlich 10.000 Euro. Und das ist nicht alles: Finanzielle Unterstützung erhält die Schule von Barclaycard auch für ihren Bus sowie für Geräte und Werkzeugkoffer. Und es gibt auch tatkräftige Hilfe vor Ort. So schulen Barclaycard-Mitarbeiter die Schüler zum Beispiel in Workshops rund um das Thema Finanzen. „Wir nutzen unser Fachwissen im Unternehmen, um Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Stärken weiterzuentwickeln. Das liegt uns am Herzen und hat in unserem Haus eine lange Tradition“, sagt Tatjana Christians, Mitglied der Geschäftsführung. Das Unternehmen stellt im Übrigen seine Mitarbeiter an zwei Tagen im Jahr für ehrenamtliche Arbeit frei und engagiert sich auch in anderen Hamburger sozialen Projekten oder Initiativen wie „Schach im Unterrichtsfach“.
Sozialpädagoge Andreas Plog hält es für enorm wichtig, auch einen richtigen Schulabschluss anzubieten, um die Chancen der Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu bekommen, zu erhöhen. „Wir möchten Lernprozesse über Produktion in Gang setzen, die Eigenverantwortung und das selbständige Arbeiten unserer Schüler stärken. Wir motivieren die Jugendlichen durch individualisiertes Lernen und Erfolgserlebnisse, Verantwortung für das eigene Leben und Lernen zu übernehmen. Jeder Einzelner hat seine Stärken und die gilt es bei uns zu entdecken. Dafür bieten wir viele Möglichkeiten – in der Tischlerei, in der Malerwerkstatt, in der Schlosserei oder in der Gastronomie.“ Und eben auch durch den Schulunterricht, wenn auch ohne Pausenklingeln und Zensuren. (ba)

Noch gibt es freie Plätze! Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren können sich ganzjährig bewerben bei: Produktionsschule Steilshoop, Fritz-Flinte-Ring 41a /b, 22309 Hamburg, Tel: 040 / 639 002-10, E-Mail: stylz-prod@safo-hamburg.de, weitere Infos: www.stylz-prod.de
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