Denise im Fußballfieber

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Denise Stroda ist ein Vollblutfußballerin – ob als Schiri oder als Spielerin Foto: Thomas Hoyer

22-jährige Bramfelderin macht beides gern: Kicken und Pfeifen

Bramfeld. Sie gehört zu
den Leistungsträgerinnen ihres Teams, doch von Zeit zu Zeit tanzt die Kickerin des Bramfelder SV auf zwei Hochzeiten, steht für den SC Osterbek als Schiedsrichterin oder Assistentin auf dem Platz. Denise Stroda hat viele Talente.
Wie sie als Sechsjährige zum Fußball kam, daran kann sich Denise Stroda nicht mehr erinnern. „An meiner Familie kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dort hat sich nie irgendeiner für Fußball interessiert“, schmunzelt die Mittelfeldspielerin, die damals in den BSV eintrat, zunächst in einer Jungenmannschaft kickte und mehrfach Staffelmeisterin wurde, ehe sie sich nach einem erfolgreichen Aufruf im WochenBlatt einem neu gegründeten D-Mädchenteam anschloss. Die Truppe entwickelte sich prächtig und holte 2005 als B-Juniorinnen den Hamburger Meistertitel nach Bramfeld. „Damals haben wir im Finale sogar den HSV geschlagen“, erzählt die 22-Jährige, die sich nach bestandenem Abitur am Gymnasium Grootmoor zur Zeit als Kauffrau für Bürokommunikation ausbilden lässt. „Bei den Norddeutschen Meisterschaften sind wir anschließend Zweite geworden.“ Es folgte der Wechsel in den Damenbereich. Die Jahre 2009 und 2010 waren von Verletzungspech geprägt: Gleich viermal brach sich die HSV-Anhängerin und St. Pauli-Sympathisantin das Schüsselbein. „Das hat mich ganz schön aus der Bahn geworfen“, so die sympathische Kickerin, zu deren Vorbildern die beiden kampfstarken Bundesligaspieler Sascha Mölders und Ivica Olic zählen. „Bis die Angst vor einem erneutem Bruch abgebaut war, hat es doch einige Zeit gedauert. Ans Aufhören habe ich aber zu keinem Zeitpunkt gedacht.“
Sprung in die Regionalliga
Und schließlich sollte der bislang größte Erfolg ja auch erst kommen: Im vergangenen Jahr wurde die Bramfelderin nicht nur Verbandsligameister, sondern sie schaffte in der Aufstiegsrunde mit zwei 3:0-Erfolgen über den ATSV Buntentor und TuRa Meldorf auch den Sprung in die Regionalliga, in der man sich allerdings nur eine Saison halten konnte. Doch die Weichen für die sofortige Rückkehr sind bereits gestellt. Nach acht Siegen in acht Spielen führen Denise Stroda und ihre Mannschaftskameradinnen die Verbandsliga an.
Taschengeld aufbessern
Wie einige andere Mitglieder ihres damaligen Teams entschloss sich Denise Stroda im Februar 2007 einen Schiedsrichteranwärterlehrgang zu besuchen und die Prüfung abzulegen, um ihr Taschengeld etwas aufzubessern. Schon bald leitete sie ihr erstes Jugendspiel. In den folgenden Jahren wurde die gebürtige Barmbekerin auch im Herrenbereich eingesetzt, seit 2008 als Mitglied der Schiedsrichterabteilung im SC Osterbek, dem sich damals einige Unparteiische des BSV angeschlossen hatten. Dabei fungierte Denise Stroda als Assistentin an der Linie. „Den Job als Unparteiische sehe ich als reines Hobby. Selbst zu spielen ist für mich das Allerwichtigste“, sagt die Vollblutfußballerin. Nur wenn es terminlich mit den Punktspielen ihrer Mannschaft zu vereinbaren ist, kommt für Denise Stroda ein Schiri-Einsatz in Frage. „Wenn ich die Fußballschuhe irgendwann an den Nagel hängen sollte, werde ich aber bestimmt weiter pfeifen. Doch soweit ist es noch lange nicht“, erklärt die Bramfelderin. (th)
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