Der Bumerang-Mann aus Hamburg

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Winfried Gorny ist ein Experte für Bumerangs. Seine Leidenschaft begann im Alter von 14 Jahren Foto: nik

Im Stadtteil Bramfeld bringt Winfried Gorny in seiner Werkstatt Holz zum Fliegen

Von Nicole Kuchenbecker
Bramfeld
In der Holzwerkstatt von Winfried Gorny herrschte vor Weihnachten Hochbetrieb. Damit er alle Aufträge schaffte, arbeitete der 66-Jährige schon mal bis zu 14 Stunden an der hauseigenen Werkbank, um etwa 100 Bumerangs täglich zu produzieren. Aus einem Hobby ist längst eine Berufung geworden. Es ist die Liebe zum Fliegen; es ist die Liebe zu Bumerangs, es ist eine Faszination, die ihn antreibt. Schon als Kind war Gorny begeistert von den Fluggeräten, die er selbst anfangs gar nicht zum Fliegen brachte. „Ich habe es immer wieder und wieder probiert“, sagt er, „und bin hinterhergelaufen.“ Doch es ging nicht: die Bumerangs wollten einfach nicht in die Lüfte aufsteigen. Doch Gorny gab nicht auf, sondern verbiss sich regelrecht in die Thematik. Obwohl er als 14-Jähriger nur mäßig Interesse an Mathematik hatte, wurden seine Noten schlagartig besser, als er versuchte herauszufinden, warum die Bumerangs nicht fliegen wollten. Seine Passion entfachte und hält bis heute an.

Besonderer Schliff

Denn vor 30 Jahren beschloss der Pädagoge sein Hobby zum Beruf zu machen und von der Produktion von Bumerangs den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu bestreiten. Der Beginn war ein Projekt, das er als Sozialarbeiter mit Jugendlichen auf die Beine stellte. Die Fortführung in Eigenregie als „Das Bumerang Projekt“ war eine der besten Entscheidungen des Bramfelders. Bereut hat er es keine Sekunde lang – im Gegenteil. Winfried Gorny ist zufrieden mit seinen Bumerangs, denn die können sich überall auf der Welt sehen lassen.
Und so fliegen sie nun in Indonesien, Ungarn, Südamerika oder auch Australien und vielen weiteren Ländern, die „handmade“ Bumerangs aus Bramfeld Er hat seine Bumerangs weiterentwickelt, ihnen einen besonderen Schliff gegeben, so dass sie größeren Auftrieb erhalten. Bumerangs können aus jedem Material gefertigt werden, das nicht zerbreche, sagt der Experte. Er selbst verwendet Fliegerplatte, finnisches Birkensperrholz in einer Verleimung. Dieses Material biete eine besondere Bruchsicherheit. Und damit es auch umweltfreundlich und nachhaltig bei Gorny zugeht, werden nur heimische Hölzer und Lacke und Leime verwendet, die keine giftigen Schwermetalle oder krebserregende Substanzen beinhalten.

Auch für Kinder geeignet

Mit Gornys Bumerangs können selbst Kinder werfen. Es gibt sie natur oder bunt, für Links- oder Rechtshänder. Eines ist dem Bumerang-Experten in all den Jahren erhalten geblieben – die eigene Liebe zum Werfen. Er selbst misst sich nicht in Wettkämpfen; vielmehr sieht man ihn im Stadtpark kurz vor Sonnenuntergang. Oder überall, wo es eine große, weite Fläche gibt. Dann lässt Gorny seinen Bumerang in den Abendhimmel fliegen.

Weitere Infos: Hamburger Bumerang-Manufaktur
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