Der Turm bekommt seine Ritterburg

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Hamburg: Barmbeker Bahnhof | Vergangenen Montag wurde im Barmbek-Basch der Gewinnerentwurf des Architekten-Wettbewerbes für das Gelände am Barmbeker Bahnhof vorgestellt. Obwohl für diese Veranstaltung nicht geworben worden war, fanden dennoch etwa 100 Interessierte den Weg durch den Schnee dorthin. Neben den inzwischen allseits bekannten, 15-stöckigen Turm wird sich noch ein 6-stöckiger Riegel auch an der Drosselstrasse gesellen. Während der Stadtplaner vom Bezirksamt von einer „Öffnung“ zur Fuhlsbüttler Strasse sprach, sah ein Besucher das Ganze eher als „Ritterburg“, die wie ein Bollwerk zur Fuhle wirkt. In der Tat sieht die Bebauung ziemlich groß und wuchtig aus und greift keinesfalls „Barmbeker Themen“ auf, wie behauptet. Im Entwurf wird von dem guten Willen des neuen Investors des danebenliegenden Hertiegrundstückes ausgegangen, die dort schon entstehende Bebauung entsprechend anzupassen und einen Teil der Fläche an den öffentichen Raum abzugeben. Ob diese Bereitschaft besteht, ist nicht bekannt.

Klar wurde an diesem Abend in jedem Fall, dass die Wirtschaftsbehörde dieses Grundstück für die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) vorgesehen und damit dem Bezirk jede Möglichkeit der Mitsprache genommen hatte. Die VBG gab nun die Größe der Bebauung vor und der Bezirksamtsleiter konnte nur noch gute Miene zum bösen Spiel machen. Ein ordentliches Verfahren mit einer Ausschreibung, die die Wünsche der Anwohner oder des Sanierungsbeirates berücksichtigt, hat nie stattgefunden.

Dazu Hartwig Olszewski, stellvertretender Vorsitzender der Piraten im Bezirksverband Hamburg-Nord: “Es ist schon unglaublich, mit welcher Kaltschnäuzigkeit hier ein Bebauungsplan im Expressverfahren durchgepeitscht werden soll. Der Sanierungsbeirat wurde von Politik und Bezirk nach Gutsherrenart abgewatscht, Bürgerbeteiligung sieht anders aus!“ Dazu passen dann auch die letzten Worte, die die Betreuerin des Sanierungsgebietes den Besuchern mit auf den Weg gab. Sie empfahl „… nicht immer nur zu meckern.“

Die Hintergründe und ihre Konsequenzen hat die Piratenpartei bereits früher ausführlich dargestellt.[1] Vergabeverfahren müssen transparent durchgeführt werden, bei der Gestaltung des öffentlichen Raums sollte in der heutigen Zeit eine Beteiligung der Bürger selbstverständlich sein.

Hamburg, 11.12.2012

Für Rückfragen, Dorle Olszewski : Tel.: 040 - 410 97 123

[1] http://nord.piratenpartei-hamburg.de/2012/09/29/tu...
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1 Kommentar
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Andre Berthy aus Barmbek | 13.12.2012 | 15:30  
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