Die Folgen von „Haiyan“ hautnah

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Ein Mädchen blickt sich um und sieht nur Zerstörung Fotos: Plan
 
Der Katastrophenschutzexperte Fabian Böckler (re.) nimmt den Dank eines Mannes aus dem Dorf Jurao entgegen

Nach Taifun: Team vom Kinderhilfswerk „Plan International“ im Einsatz auf den Philippinen

Barmbek. Viele Menschen auf den Philippinen haben beim Taifun Haiyan vor vier Wochen nur ihr Leben retten können.
Mehr als vier Millionen wurden obdachlos, rund 10.000 starben. Für Kinder ist die Situation nach dem Taifun besonders schlimm. Viele von ihnen wurden während des Sturms von ihren Eltern getrennt. Ohne Familie und ohne ein Zuhause irren sie durch die Straßen. Sie haben Schreckliches erlebt und brauchen dringend Hilfe und psychologische Unterstützung.Als eine der ersten Organisationen leistete das Kinderhilfswerk Plan International mit Sitz in Barmbek in einer entlegenen Provinz humanitäre Hilfe.
Mit dabei war der Hamburger Katastrophenschutzexperte Fabian Böckler. Mit einem neunköpfigen Team kam er zwei Wochen nach dem Taifun im Dorf Jurao inmitten einer Kokosnuss-Plantage an. „Die Bewohner zählten bereits vor dem Taifun
zu den ärmsten des Insel-Staates“, berichtet er. Mehr als 90 Prozent der Häuser der 73 dort lebenden Familien waren zerstört. „Mütter, die ihre Kinder verloren haben – Kinder, die ihre Eltern verloren haben. Die Bilder vor Ort waren schockierend“, sagt Böckler.

„Keine Angst mehr, wenn es regnet“

Als Erstes verteilte das Team Zelte als Notunterkünfte. Wie wichtig diese Hilfe war, erklärte den Helfern Arlin Cula, Leiterin des Dorfs und Mutter eines achtjährigen Mädchens. „Durch die Zelte, die wir bekommen haben, können wir nun wieder gut schlafen. Wir müssen keine Angst mehr haben, wenn es regnet“, sagte sie. „Jetzt wissen wir, dass wir nicht alleine sind.“ Doch es werde noch mehr Unterstützung gebraucht: Nahrungsmittel, Wasser und medizinische Versorgung. Psychologisch geschulte Fachkräfte standen den vielen schwer traumatisierten Kindern zur Seite. Diese brauchen Schutz und sichere kinderfreundliche Bereiche, in denen sie psychologisch betreut werden und ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten können.
„Während dieser Zeit haben die Eltern der Kinder die Sicherheit, dass ihre Kinder sicher sind“, erläutert Fabian Böckler. „So können sie sich auf andere wichtige Dinge konzentrieren. Das bedeutet vor allem, das eigene Überleben zu sichern.“ Was Böckler besonders beeindruckte: „Die Mädchen und Jungen hatten nach so vielen Tagen des Leides die Möglichkeit, ihre Gefühle zu zeigen und endlich wieder das tun, was Kinder in diesem Alter tun sollten: spielen und ihre Zeit genießen.“
Sehr gerührt war das Team, als die Bewohner trotz der knappen Lebensmittel ihr Essen mit ihnen teilten. „Menschen wie die in Jurao sind auf die Hilfe von Organisationen wie Plan International angewiesen“, weiß Böckler und appelliert: „Sie dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden, da sie aus eigener Hand in dieser Situation nicht überleben können.“ Er weiß, wovon er spricht, er hat das Leid hautnah erlebt. (leu)

„Plan International“ auf den Philippinen
Plan arbeitet seit 1961 auf den Philippinen und unterstützt mehr als 40.000 Patenkinder, deren Familien und Gemeinden. Derzeit arbeitet das Kinderhilfswerk mit einem umfassenden humanitären Hilfsprogramm auf den Philippinen mit Fokus auf vier Provinzen, die besonders stark vom Taifun betroffen sind. Diese Hilfsmaßnahmen können über den Nothilfe-Fonds unterstützenwerden:
Plan International Deutschland e.V.
Konto: 9444944
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 25120510
IBAN: DE86 2512 0510 0009 4449 44
BIC: BFSWDE33HAN
Stichwort: Nothilfe Philippinen
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