Die Fuhle in Bildern

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Obwohl sie heute in Poppenbüttel zuhause ist, schlägt Silke Rückners Herz bis heute für Barmbek-Nord. Foto: Burmeister

Autorin und Sammlerin Silke Rückner ist fasziniert vom alten Barmbek

Von Britta Burmeister
Barmbek. Wenn Silke Rückner in ihrer Fotosammlung blättert, entrückt sie in Gedanken in eine andere Zeit. Hinter jedem Bild verbirgt sich eine Geschichte, die vor ihrem geistigen Auge zu neuem Leben zu erwachen scheint. Wer bereit ist zuzuhören und den Spaziergang in die Vergangenheit mitzugehen, erhält einen facettenreichen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Fuhlsbüttler Straße und ihrer näheren Umgebung.

„Ich habe mich geärgert, dass ein schönes Fachgeschäft nach dem anderen von der Bildfläche verschwand.“ Silke Rückner


Da werden Einzelhändler wieder lebendig, die nach dem Krieg liebevoll ihre Geschäfte einrichteten und die Fuhle zu einer beliebten Einkaufsmeile machten. Frischen Fisch kaufte man bei Paul Pickenpack, Brillen gab es bei Optiker Baumann, für Kurzwaren war Gertrud Böhme eine zuverlässige Adresse und wer Schreibwaren brauchte, wurde bei Alfred Bonitz gut beraten. Grundlage für Silke Rückners beträchtliche Bilddokumentation bilden die Fotos aus den Alben der eigenen Familie. Schon ihre Mutter war in Barmbek-Nord aufgewachsen. Gut erhaltene Schwarzweißfotos erinnern an wichtige Momente ihrer Kindheit und geben zugleich ein Zeugnis ab über das Alltagsleben in Barmbek vor dem zweiten Weltkrieg. Silke Rückner selbst verbrachte Kindheit und Jugend im Lambrechtsweg.
Erst 1972 zog sie mit ihrem Mann nach Poppenbüttel, wo sie bis heute zuhause ist. Wann genau sie begann, gezielt nach Bilddokumenten aus der Barmbeker Vergangenheit zu forschen, vermag sie nicht genau zu sagen. „Ich habe mich geärgert, dass ein schönes Fachgeschäft nach dem anderen von der Bildfläche verschwand“, beschreibt sie den Stachel, der sie bis heute antreibt. Ihre Leidenschaft hat sich herumgesprochen. Ehemalige Nachbarn und alte Klassenkameraden haben für sie ihre Fotoalben geöffnet und so mancher Nachlass wurde von ihr vor dem Papierkorb bewahrt. Geholfen haben dabei die zahlreichen Ausstellungen, die Silke Rückner im Stadtteil organisiert hat. Aktuell ist ihre Sammlung in der Mathilde-Zimmer-Stiftung (Schmachthäher Straße 38) zu sehen.

Auch als Buchautorin ist Silke Rückner aktiv. Ihr erstes Buch über Barmbek-Nord wird zum zweiten Mal aufgelegt und zeigt in rund 200 Fotos den Wandel des Stadtteils zwischen 1900 und 1985. Ihre Bilddokumentation „Die Fuhlsbüttler Straße“ wurde 2012 veröffentlicht. Die Bücher sind im Sutton-Verlag erschienen.
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