Die „schnelle Passage“ in Barmbek

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Die Massaquoipassage, der schnelle Weg von der Drosselstraße zum Barmbeker Bahnhof, führt zwischen VBG-Gebäude und Baustelle hindurch Foto: Heume
 
Hans-Jürgen Massaquoi wuchs während der NS-Zeit in Barmbek auf Foto: Geschichtswerkstatt Barmbek
Hamburg: Massaquoipassage |

Fußgänger kommen dank der Massaquoipassage von der Drosselstraße wieder direkt zum Bahnhof

Von Ruth Heume
Barmbek
„Können Sie mir sagen, wo ich die Massaquoipassage finde?“ Diese Frage werden die Barmbeker in den nächsten Tagen vermutlich häufiger hören. Der Name mag noch etwas gewöhnungsbedürftig sein. Aber den praktischen Durchgang direkt vom Barmbeker Bahnhof zur Drosselstraße werden die Fußgänger sicher schnell annehmen.

Abkürzung war lange gesperrt

Genau wie den neuen denn’s Biomarkt, der bei seiner Eröffnung am vergangenen Donnerstag (2. Februar) bereits gut besucht war. Besonders die Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft VBG, die ihr neues Verwaltungsgebäude Anfang Januar bezogen haben, werden die Abkürzung zur Fuhlsbüttler Straße schätzen (das Wochenblatt berichtete). Denn dort finden Sie alles, um nach Feierabend ihre Einkäufe zu tätigen oder zwischendurch in der Mittagspause ihren Hunger zu stillen. Wer schon etwas länger in Barmbek wohnt, wird sich daran erinnern, dass diese Abkürzung nicht ganz neu ist: Da, wo jetzt das neue VBG-Gebäude steht, befanden sich früher der Busbahnhof und der Park+Ride-Parkplatz, und auch damals war ein direkter Zugang zum Nordwest-Eingang des Bahnhofs möglich. Aber aufgrund der Bauarbeiten war der Zugang zuletzt mehr als zwei Jahre lang gesperrt.

Hotel 2018 fertig

Mit dem Straßennamen möchte die Stadt an den Schriftsteller und Journalisten Hans-Jürgen Massaquoi erinnern, der in Barmbek seine Kindheit und Jugend verbrachte (siehe Info). Ein Straßenschild sucht man noch vergeblich. Verkehrszeichen machen jedoch bereits deutlich: Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen hier passieren. Darüber hinaus ist es dem Lieferverkehr zwischen acht und elf Uhr erlaubt, die Passage zu durchfahren, allerdings nur von der Pestalozzistraße kommend in Richtung Drosselstraße. Am Ende ist dann das Rechtsabbiegen vorgeschrieben. Östlich der Massaquoipassage wird derweil noch fleißig gebaut. Dort soll ein Geschäftshaus mit Hotel entstehen. Die Fertigstellung ist für 2018 geplant. Dann wird auch die Passage in voller Breite nutzbar sein. Noch verstellen die Baucontainer einen Teil der Fläche.

Info: Wer war Hans-Jürgen Massaquoi?

Hans-Jürgen Massaquoi wurde 1926 in Hamburg als Sohn einer deutschen Krankenschwester und des liberianischen Generalkonsuls geboren. Mit drei Jahren zog er mit seiner Mutter von Harvestehude nach Barmbek und verbrachte dort rund um die Stückenstraße seine Kindheit und Jugend, bis die Familie 1943 ausgebombt wurde. Als Farbiger war Massaquoi damals ein Exot. In seinem Buch „Neger, Neger, Schornsteinfeger!“ schilderte er nicht nur seine Lebensgeschichte, sondern schrieb auch ein Stück Hamburger und Barmbeker Lokalgeschichte. Mit seinem Jugendgefährten Ralph Giordano war er bis zu seinem Tod befreundet. In dessen autobiographischem Roman „Die Bertinis“ tritt er in der Figur des Micky auf. Massaquoi starb an seinem 87. Geburtstag im Jahr 2013 in Jacksonville, Florida. Die Geschichtswerkstatt Barmbek wird auch in diesem Jahr wieder einen informativen Rundgang auf den Spuren von Hans-Jürgen Massaquoi anbieten.

Weitere Infos: Geschichtswerkstatt Barmbek

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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 08.02.2017 | 11:19  
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