„Die Stadtbahn kommt“

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So soll sie aussehen, falls sie kommt: Eine Visualisierung zeigt das Stadtbahnszenario Quelle: Hochbahn

Harry Schaub von der Initiative „Stadtbahn Ja!“ glaubt an die Vision

Hamburg. Das WochenBlatt meldete in seiner vorletzten Ausgabe, dass der Umbau der Gründgensstraße im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms möglicherweise das Aus für die Stadtbahn bedeuten kann. Harry Schaub (80), Bramfelder Ur-Gestein und Mitbegründer der Initiative „Stadtbahn Ja!“ gab dem WochenBlatt dazu ein Interview.

WochenBlatt: Glauben Sie, dass diese Umbauten das Aus für die Stadtbahn ist?
Harry Schaub: Die Stadtbahn kommt. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie kommen muss und auch schon in der nächsten Legislaturperiode wieder auf der Tagesordnung stehen wird.

WB: Warum ist die Stadtbahn ihrer Meinung nach ein „Muss“?
HS: Über Busbeschleunigung allein lässt sich der Öffentliche Personennahverkehr der Zukunft nicht regeln. Aber Busbeschleunigung und Stadtbahn schließen sich nicht aus. Die Busse können als Zubringer zur Stadtbahn fungieren, was sie auch tun werden. Und auch der Individualverkehr hat sich verändert. Der Statusgedanke beim Autokauf ist viel geringer geworden. Den jungen Leuten sind Ihre Smartphones und Laptops wichtiger als ein neues Auto.

WB: Um die Initiative „Stadtbahn Ja!“ ist es still geworden. Planen sie noch Aktionen?
HS: Natürlich gibt es uns noch und wir verfolgen weiter das Ziel Stadtbahn. Momentan sind wir mit Aktionen zurückhaltenden, weil der Boden nicht da ist. Nach der Elbphilharmonie und dem Netzrückkauf ist das größte Argument gegen die Stadtbahn, dass kein Geld da sei. Auf der anderen Seite sprechen wir hier von zig Millionen Euro für ein Busbeschleunigungsprogramm um unter anderem die Metrobuslinie 7 vier Minuten schneller zu machen. Außerdem hat Bürgermeister Olaf Scholz mit seinem Nein zur Stadtbahn die 60 Prozent der Kosten, die wir vom Bund bekommen hätten zurückgegeben.
WB: Kein Geld da, kaum Rückhalt in der Politik und dennoch sehen Sie die Stadtbahn kommen?
HS: Ja, auf jeden Fall. Nächstes Jahr sind Wahlen zur Bezirksversammlung und schon da wird es Wahlkampfthema sein. Dann bin ich auch überzeugt davon, dass die Hochbahn nach wie vor ein großes Interesse daran hat, diese Bahn zu bauen und auch die Pläne schon in der Schublade hat.
In China bauen sie mittlerweile in 120 Städten Stadtbahnen. Das sollte bei uns auch möglich sein.

Interview: Tanja Sobersko
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1 Kommentar
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Wolfgang C. P. Wriedt aus Winterhude | 12.10.2013 | 16:06  
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