Digital zu bekannten Gräbern

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Der CDU-Politiker Kruse hat die Digitalisierung wichtiger Grabmäler auf den Weg gebracht Foto: Krause/wb

Friedhofs-App soll künftig zu bekannten Ruhestätten in Ohlsdorf führen

Von Franz-Josef Krause
Ohlsdorf. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Auch nicht auf dem Friedhof. Nicht nur, dass zunehmend neue Bestattungsformen auf den großen, national bedeutenden Friedhöfen Einzug halten. Auch die Erinnerungskultur erlebt einen Wandel.
Eine Initiative von Rüdiger Kruse (CDU), Bundestagsabgeordneter aus Eimsbüttel, trägt dazu bei. Er hat eine Digitalisierung von bedeutenden Gräbern auf Deutschlands Friedhöfen, darunter natürlich auch Ohlsdorf, auf den Weg gebracht. Dabei geht es darum, eine Datenbasis zu schaffen, auf die mit einem Smartphone ausgerüstete Friedhofsbesucher zugreifen können, um sich vor Ort zu informieren. Ziel des Projekts ist es, in allen 16 Bundesländern auf 37 national bedeutenden Friedhöfen insgesamt etwa 1000 berühmte Grabstätten vorzustellen.
Dabei handelt es sich vorwiegend um Ehrengrgräber berühmter Persönlichkeiten und Grabmäler mit herausragender architektonischer wie kunsthistorischer Bedeutung. Die Kurzporträts zu den Grabstätten werden derzeit von Experten verfasst und sollen später von dem Schauspieler Hans-Jürgen Schatz gelesen werden. Der Besucher kann die Texte im Internet und vor Ort über sein Smartphone hören und lesen. Zusätzlich soll zu jedem ausgewählten Friedhof ein Faltblatt mit Nennung und Lokalisierung der Grabstätten erstellt werden.
Das bundesweite Projekt wird von der Stiftung Historische Kirch- und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg betreut und umgesetzt.
Die dafür notwendigen Mittel – die Rede ist von 548.000 Euro – hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf Betreiben des zuständigen Berichterstatters Rüdiger Kruse im November 2012 beschlossen. Kruse ist auch Geschäftsführer des Hamburger Landesverbandes „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“.
Zwar ist das digitale Angebot noch nicht freigeschaltet, dennoch stellte es der CDU-Bundestagsabgeordnete Kruse bereits gemeinsam mit den Projektverantwortlichen auf dem Ohlsdorfer Friedhof vor. „Wo sie ruhen“, lautet der Titel. Es richtet sich in erster Linie an die Nutzer von Smartphone und Tablets.
Langfristig könnte es gedruckte Friedhofsführer ersetzten oder zumindest ergänzen. Großes Plus der digitalen Version: Per GPS können sich Friedhofsbesucher direkt zum gewünschten Grab leiten lassen. Das erleichtert die Suche enorm, da selbst versierte Besucher oft Probleme haben, sich auf großen Friedhöfen zurecht zufinden.
Kleiner Wermutstropfen: Bis das System bundesweit startklar ist, wird noch ein Jahr vergehen. (wb)
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