Donnerndes Kopfsteinpflaster

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Ingrid Stoffers aus der Hellbrookstraße 88 kann – genau wie ihre Nachbarn – nicht verstehen, dass ein Stück weiter die Straße saniert wird, nicht aber bei ihnen.Foto: Lublow

Anwohner der Hellbrookstraße sind sauer

Von Sylvana Lublow
Barmbek. Die Hellbrookstraße besteht streckenweise aus Kopfsteinpflaster. Allein dieser Straßenbelag sorgt für viel Lärm, wenn Autos drüber fahren. Fahren sie jedoch schnell, das heißt 50 Kilometer pro Stunde und schneller, ist der Lärm unerträglich – zumindest für die Anwohner, deren Wohnungsfenster etwa acht Meter von der Straße entfernt sind. „Lüften ist fast unmöglich. Den Lärm hält man nicht lange aus“, sagt Anwohnerin Ingrid Stoffers, deren Schlafzimmer, wie auch die der anderen Anwohner zur Straße liegt. „Im Sommer bei geöffnetem Fester schlafen, das geht hier nicht“, sagt sie. Aus diesem Grund wurden die Mieter des Wohnparks in der Hellbrookstraße (zwischen Habichtstraße und Steilhooper Straße) zum ersten Mal tätig: Sie trugen ihr Anliegen dem Regionalausschuss vor und forderten eine Tempo-30-Zone. Mit Erfolg: Der Regionalausschuss beschloss die Einführung der Geschwindigkeitsreduzierung und reichte den Antrag an die Bezirksversammlung. „Danach haben wir nichts mehr gehört“, sagt Anwohner Georg Piethe. Im Mai 2008 schrieb er eine E-Mail an das Bezirksamt Hamburg-Nord und fragte nach, was in dieser Sache unternommen wurde. Wieder habe es keine Antwort gegeben. Im September schrieb Piethe nochmals. „Erst im September 2009 kam ein Brief vom Amt für Verkehrs- und Straßenwesen, in dem bedauert wurde, dass die Antwort so lange dauerte“, erzählt der Anwohner. Doch die Antwort war alles andere als befriedigend: Die Hellbrookstraße sei eine wichtige Entlastungsstraße für den Ring 2. Eine Verkehrszählung im Jahr 2003 habe ergeben, dass in Spitzenzeiten 250 Kraftfahrzeuge pro Stunde die Hellbrookstraße passieren. Damit sei der kritische Wert für eine Tempo-30-Zone überschritten. „Das bedeutet, dass hier zu viele Autos fahren, um die Geschwindigkeit auf 30 zu reduzieren. Mit anderen Worten: Wir müssen den Lärm ertragen“, empört sich Georg Piethe, der sich daraufhin ein Handmessgerät beim Bezirksamt geliehen hatte: „Schon bei nur einem Auto schlug das Gerät bis 90 Dezibel aus.“ Das Antwortschreiben des Amtes geht auch auf das Kopfsteinpflaster ein, dass den Lärm noch forciert: Für eine Straßensanierung stünden leider keine Haushaltsmittel zur Verfügung. „Das ist komisch, denn ein Stück weiter wird eine Strecke der Straße gerade saniert“, informiert Piethe. „Dort werden Komfort-Wohnungen gebaut, die allerdings 100 Meter von der Straße entfernt sind.“
Die Anwohner sind verärgert. „Die Autos rasen hier oft schneller als mit Tempo 50 lang. Weil sie hoffen, hier zügiger durchzukommen als auf dem Ring“, erklärt Georg Piethe. Das Tempo habe außerdem zur Folge, dass ein Zebrastreifen häufig ignoriert werde von den Fahrern – trotz zusätzlichem Blumenkübel. „Dieser Zebrastreifen ist gefährlich, vor allem für unsere Kinder. Die werden hier oft einfach übersehen“, sagt auch Anwohnerin Suzan Michalik.
Etwa 50 Anwohner haben sich zusammengeschlossen und fordern vom Bezirk, dass endlich etwas unternommen wird. „Wir werden jetzt Unterschriften sammeln. Es tut sich ja leider nichts“, so Piethe. Der engagierte Mieter habe auch an alle Fraktionen geschrieben und das Anliegen vorgebracht. „Nur die Grünen haben geantwortet und versprochen, noch einen Vorstoß zu unternehmen.“ (sl)
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