Droht Abriss der Häuschen?

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Vier von zehn Häuschen stehen schon längere Zeit leer, in den übrigen wohnen SAGA-Mieter Foto: Ehrhorn

„Langer Jammer“: SAGA schweigt zu Plänen. Tode (SPD) für Sanierung

Von Daniela Barth
Barmbek-Nord
Was wird eigentlich aus den stark sanierungsbedürftigen Landarbeiterhäuschen – auch bekannt als „Langer Jammer“ – an der Hebebrandstraße 8? Die schlichten Reihenhäuser wurden im Jahr 1904 gebaut. „Vom Barmbeker Großbauer Dreckmann“, wie Reinhard Otto von der Geschichtswerkstatt Barmbek zu berichten weiß. In den zehn Wohnungen, die etwa 50 Quadratmeter groß sind, wohnten die Landarbeiter mit ihren Familien. Kleine Gärten dienten zur Selbstversorgung. „Hier haben wir unsere erste Geschichtstafel aufgebaut“, so Otto. Grund: Es ist das letzte Zeugnis dörflicher Vergangenheit in Barmbek. Bis Ende 2014 befanden sich die Häuschen in städtischem Besitz, im Januar wurden sie der SAGA GWG, die den Langen Jammer bisher verwaltete, von der Finanzbehörde überschrieben. Vier der zehn Wohnungen stehen schon längere Zeit leer. Was mit den beiden Häuserzeilen mit je fünf Wohnungen demnächst passieren soll, dazu wollte sich die SAGA noch nicht äußern.
Im Stadtteil befürchten einige jetzt das Schlimmste: den Abriss der Häuser. Den sieht nämlich der Bebauungsplan Barmbek-Nord 13 vor. Hierin ist von „behelfsmäßigen Reihenhauszeilen“ die Rede. Das findet Hans Matthaei von der Willi-Bredel-Gesellschaft nicht akzeptabel: „Diese Häuschen müssen als Baudenkmal anerkannt werden“, fordert er. Er könne sich auch vorstellen, dass seine Geschichtswerkstatt eines der leerstehenden Häuschen zur „musealen Nutzung“ herrichte. Unterstützung findet er für seine Idee bei der Geschichtswerkstatt Barmbek, die laut Reinhard Otto schon länger um die Zukunft der Landarbeiterhäuser bangt. Immerhin handele es sich um ein schönes Grundstück für Wohnbebauung. Aber auch der Barmbeker Bürgerschaftsabgeordnete und Historiker Sven Tode (SPD) will sich für den Erhalt, die Sanierung und die Unter-Schutz-Stellung als Denkmal einsetzen. Er führe seit längerem schon Sondierungsgespräche, sagt Tode, der sich in der Vergangenheit auch erfolgreich für den Erhalt des historischen Gebäudes „Lord von Barmbeck“ einsetzte. Einen weiteren Vorschlag führt Reinhard Otto noch ins Feld: Wenn die Häuschen dann saniert seien, könnte man in den leerstehenden ja Flüchtlingsfamilien mit ein, zwei Kindern unterbringen. „In diesem schönen Umfeld mit Gärtchen könnten die Flüchtlinge gut zur Ruhe kommen“, ist er sich sicher.
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