Dulsberger Jugend fordert Sportplatz für alle

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Diese Jugendlichen möchten den Sportplatz auch nutzen Diese Jugendlichen möchten den Sportplatz auch nutzen Foto: Grell

Kunstrasenplatz am Alten Teichweg soll nur für Eliteschule nutzbar sein

Dulsberg Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist der Kunstrasenplatz am Alten Teichweg für Einwohner des Stadtteils nicht mehr zugänglich. Das Gelände wurde saniert und ist seitdem nur noch für Schulklassen und Sportvereine nutzbar, die geregelten Zeiten nachkommen. Die restliche Zeit des Tages stehen die Jugendlichen aus dem Quartier vor verschlossenen Türen. „Das ist der einzige Sportplatz im Stadtteil, den wir in der Freizeit bisher zum Fußballspielen nutzen konnten“, betont Mehmet (17), der zusammen mit seinen Freunden deshalb jetzt zum Protest aufgerufen hatte. Über hundert Jugendliche kamen, um gegen die Schließung zu protestieren und alle hoffen, dass die Behörden noch einlenken werden. „Wir wissen nicht wohin in der Freizeit und möchten Sport machen, anstatt irgendwo rumzusitzen“, meint auch Yusuf (25), der hier gern zum Kicken mit Freunden herkäme. Vor der Erneuerung des Kunstrasens sei der Platz immer ein wichtiger Begegnungsort für die verschiedensten Menschen, Kulturen und Altersklassen gewesen, erinnern sich die Jugendlichen, die gar keinen Grund für die Schließung sehen. Schon vor zehn Jahren musste der damalige Grant-Platz einem Hallenneubau weichen und zurück blieb nur ein kleiner Abschnitt für einen Kunstrasenplatz, der allerdings gut besucht war und auch nach den Schulzeiten und an den Wochenenden bei den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil beliebt war. Nach zehn Jahren Nutzung musste der Platz nun saniert werden. Von Schulbau Hamburg haben die jungen Leute erfahren, der Platz sei ausschließlich für die Eliteschule des Sports (EdS) erneuert worden und solle deshalb geschont werden. Die Dulsberger Jugend ist entsetzt darüber, „dass uns so viele Freizeitangebote genommen werden sollen“. Erst sei das Dulsberger Schwimmbad zu einem überteuerten Beach-Center umgebaut worden, dann die Half-Pipe zum Skateboarden in der Spielstraße am Dulsberg-Süd entfallen. Über 350 Kinder und Erwachsene bekräftigten mit ihrer Unterschrift die Wichtigkeit des öffentlichen Zugangs des Platzes. Der Arbeitskreis Dulsberg, ein Zusammenschluss der sozialen Einrichtungen vor Ort, zu dem auch Jürgen Fiedler, der Leiter des Stadtteilbüros gehört, machte sich ebenfalls für eine erneute Öffnung des Sportplatzes stark. Der Protest blieb nicht ungehört. Wie Björn Lengwenus, Leiter der EdS, dem Wochenblatt kurz vor Redaktionsschluss mitteilte, sei es gelungen den Verein Nestwerk e.V. ab. 1. August als Partner für die Öffnung des Platzes nach der Schule an drei Tagen in der Woche zu finden. Eine Ferienbetreuung soll es auch geben. „Am einfachsten wäre es einen Platzwart anzustellen, wie auf anderen Sportplätzen auch“, schlägt Lengwenus für die Zukunft vor. (kg/wb)
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