Durchgestartet!

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Janine Bethge, 17, und Kimberly Helferich, 16, sind zwei von den jungen Leuten, die in der Produktionsschule „durchgestartet“ sind. Erst Schulabschluss, dann Lehre. Die beiden haben noch viel vor. Foto: Sobersko
 
Andreas Plog, Leiter der Produktionsschule Steilshoop in der Schlossereihalle, die von den Schülern der Schule weitestgehend selbst errichtet wurde. Er weiß, was seine Schüler und Schülerinnen zu leisten in der Lage sind. Foto: Sobersko

Produktionsschule legt positive Zahlen vor

Von Tanja Sobersko
Steilshoop. Jedes Jahr fragt die Schulbehörde statistische Daten ab und diese sind dann – so nüchtern es klingt – der Maßstab ob Einrichtungen wie die Produktionsschulen in Hamburg fortgeführt werden oder nicht. Aber die Hamburger Produktionsschulen blicken auf ein erfolgreiches Schuljahr 2011/12 zurück.
Rund 400 junge Menschen, denen das Regelschulsystem keine Perspektive mehr bieten konnte, sind hier ein Jahr lang intensiv gefördert worden. Sie haben gemeinnützige Restaurants, Schulgastronomie an Ganztagsschulen oder eine Tischlerei betrieben, arbeiteten für die Produktionsschulen als Maler oder in Druckwerkstätten. Die ProduktionsschülerInnen haben so die Arbeitswelt kennengelernt und dabei regelmäßig und in kleinen Gruppen an einem praxisorientierten Unterricht teilgenommen. Ergebnis dieses Jahres: 137 Jugendliche sind „durchgestartet“ und haben ihren Hauptschulabschluss nachholen können.
138 junge Leute werden nach den Ferien eine Ausbildung beginnen, weitere 35 haben sich dafür entschieden, eine weiterführende Schule zu besuchen und den mittleren Schulabschluss zu erwerben, um ihre Chancen für eine Ausbildung in ihrem Wunschberuf zu erhöhen. Landesverbandssprecherin Petra Lafferentz vom Produktionsschulstandort Eimsbüttel ergänzt: „Der Senat hat allen Grund, das besondere Angebot der Produktionsschulen zu stärken, sie enger mit den Schulen zu verzahnen und ihr Unterstützungsangebot auch in die Arbeit der Stadtteilschulen zu integrieren.“
Eine dieser erfolgreichen Produktionsschulen steht in Hamburg Steilshoop. Andreas Plog ist Leiter der „Stylz Prod.“, wie die Schule hier in Steilshoop heißt und freut sich natürlich über das gute Jahresergebnis. Es ist nicht nur ein toller Erfolg für die Jugendlichen, sondern auch eine Bestätigung für die Arbeit, der Ausbilder und Pädagogen. „Wer hier arbeitet, der tut das mit Herzblut und aus Idealismus“, so Andreas Plog, der Schulleiter. „Die Zahlen sind fantastisch, wir freuen uns sehr darüber.“
Das Unmögliche
möglich machen
Besonders, wenn man bedenkt, was für einer Aufgabe wir uns hier immer wieder stellen. Jugendlichen, die sich über Jahre hinweg nicht orientieren konnten, jetzt wieder eine Perspektive zu geben: Fast schon unmöglich“. Doch Andreas Plog und sein Team machen immer wieder das Unmögliche möglich. So auch bei Janine Bethge und Kimberly Helferich. Die beiden sechzehn und siebzehn Jahre alten Mädchen haben hier vor den Sommerferien ihren Hautpschulabschluss nachgeholt und beginnen in der „Stylz Prod.“ nach dem Sommer eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe. Ein erster Schritt in eine aussichtsreiche Zukunft.
Und Hamburg mit seinen zahlreichen Hotels und Gasstätten dürfte für zwei junge Mädchen – sofern sie ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren – noch den ein oder anderen interesanten Job bereit halten. Wer nun selbst mit dem Gedanken spielt, sein Leben in die richtige Richtung zu lenken, der ist der Produktionsschule herzlich willkommen. Nur die Betriebsschließung vom 7. bis 29. Juli müssten Interessierte noch abwarten. Danach geht es weiter. (ts)
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