Ehrung für Barmbeker Ralph Giordano geplant

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Die sogenannte „Piazetta“ an der Fuhlsbüttler Straße zwischen Drossel- und Pestalozzistraße Foto: Heume

Die „Piazetta“ an der Fuhle soll nach dem 2014 verstorbenen Schriftsteller benannt werden. Was sagen Sie zu diesem Thema?

Von Ruth Heume
Barmbek
Spätestens seit sein Roman „Die Bertinis“ 1988 verfilmt und als fünfteilige Serie im ZDF ausgestrahlt wurde, war sein Name allen bekannt. Aber Ralph Giordano hat in seinem 91-jährigen Leben nicht nur den bekannten Familienroman geschrieben, der stark autobiographische Züge aufweist. Der gebürtige Barmbeker war Journalist, Publizist, Schriftsteller und Regisseur und hat sich Zeit seines Lebens für Demokratie und Gerechtigkeit engagiert. In seinen Werken setzte er sich vor allem mit dem Holocaust und dessen Folgen auseinander. Nun soll ein Platz in Barmbek nach ihm benannt werden. Die Geschichtswerkstatt Barmbek hatte sich bereits dafür stark gemacht hat, dass die neue Passage am Barmbeker Bahnhof zwischen der VBG und dem Neubau auf dem benachbarten Ex-Hertie-Gelände nach Hans-Jürgen Massaquoi benannt wird. Massaquoi, der durch sein Buch „Neger, Neger, Schornsteinfeger!“ bekannt wurde, war ein Kindheitsfreund Giordanos. Nun sei es an der Zeit, so Reinhard Otto von der Geschichtswerkstatt, nach einem Platz in Barmbek zu suchen, der dem Andenken an Ralph Giordano gewidmet werde. Im Sanierungsbeirat Anfang September stellte Otto seine Pläne vor. Die Wahl fiel auf die sogenannte „Piazetta“, die Freifläche an der Fuhlsbüttler Straße zwischen Drossel- und Pestalozzistraße. Damit würde der Platz nicht weit von Giordanos Elternhaus in der Hufnerstraße 113 liegen. Zwar habe der Ort in den Schilderungen Giordanos eher etwas Bedrohliches gehabt, weiß Otto, denn er sei von „feindlichen Straßencliquen“ beherrscht gewesen. Aber wenn man den Platz durch kleine bauliche Veränderungen zu einem wirklich erlebbaren Ort umgestalte, werde die Freifläche eine positive Konnotation erhalten und somit würdig, den Namen Ralph Giordanos zu tragen. Konkret schwebt der Geschichtswerkstatt ein Brunnen vor, der im südlichen Bereich des Platzes die Mitte markieren soll. So findet man es häufig auf historisch gewachsenen Plätzen beispielsweise in Italien, die dort als Piazza oder Piazetta bezeichnet werden. Die Neugestaltung der Piazetta steht als eine der letzten Maßnahmen der Sanierungsarbeiten rund um die Fuhle für Anfang 2017 an. Im Sanierungsbeirat sprach sich eine Mehrheit für die Benennung in „Ralph-Giordano-Piazetta“ anstelle von „Platz“ aus – in Anlehnung an Giordanos italienische Wurzeln väterlicherseits. Die endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

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