Ehrung für Nachwuchsjuristen

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Bundesjustizminister Heiko Maas (rechts) überreicht Dr. Christoph Thiele (Mitte) den Fritz-Bauer-Studienpreis. Links auf dem Foto: Laudator Christoph Flügge Foto: BMJV

Fritz-Bauer-Studienpreis: Justizminister Maas würdigt die Leistungen von Christoph Thiele aus Ohlsdorf

Von Karin Grundke
Ohlsdorf
Besondere Ehre für Wahl-Ohlsdorfer: Christoph Thiele hat den „Fritz-Bauer-Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte“ verliehen bekommen. Der 28-Jährige nahm die renommierte Auszeichnung im Bundesjustizministerium in Berlin aus den Händen von Bundesjustizminister Heiko Maas entgegen. Der Preis, der nach dem berühmten Generalstaatsanwalt und Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse, Fritz Bauer, benannt ist, zeichnet Nachwuchsjuristen für herausragende Doktorarbeiten aus.

Drei Ehrungen

Christoph Thiele teilt sich die Ehrung mit zwei weiteren Doktoranden. Denn unter den insgesamt 18 Doktorarbeiten, die in die engere Auswahl gekommen waren – allesamt mit der Bestnote „summa cum laude“ – konnte sich die Jury letztlich nicht für eine Arbeit entscheiden und wählte insgesamt drei aus, darunter jene von Thiele zum Thema „Ehe- und Familienschutz im Strafvollzug“. „Heute kommt mir das alles immer noch ganz unwirklich vor“, erinnert sich der ehemalige Greifswalder Student, der derzeit sein Referendariat in Hamburg absolviert. Gefreut habe er sich besonders auch für seinen Doktorvater, Prof. Frieder Dünkel, der ihn während der Fertigstellung der Doktorarbeit unterstützt und motiviert habe, sowie darüber, dass mit Greifswald eine relativ kleine Universitätsstadt in den Genuss einer solchen Auszeichnung komme.

Exzellente wissenschaftliche Arbeit

„Mit ihrem grundrechtsfreundlichen Zugang hätte der Namenspatron unseres Preises sicher auch inhaltlich seine Freude daran!“, lobte Bundesjustizminister Maas die Arbeit Thieles, die nicht nur thematisch an das Wirken von Fritz Bauer anknüfpt. Laudator Christoph Flügge, Vorsitzender Richter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien) und derzeit mit dem Völkermordprozess gegen den ehemaligen bosnisch-serbischen General Ratko Mladic befasst, stellte die saubere Herausarbeitung des verfassungsrechtlichen Fundaments und der rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Resozialisierung über familiäre Bindung heraus. Auch der umfangreiche empirische Teil der Arbeit mit einer Umfrage in 115 Haftanstalten sei äußerst bemerkenswert. „Die exzellente wissenschaftliche Arbeit beweist damit einen ausgesprochenen Realitätssinn, der Fritz Bauer sicher gefreut hätte“, sagte Flügge.

Außerordentliche Ehre

„Es ist mir wirklich eine außerordentliche Ehre, einen Preis zu erhalten, der einem der bedeutendsten und mutigsten Juristen Nachkriegsdeutschlands gewidmet ist“, betonte Thiele in seiner Dankesrede. Vor allem das innovative Verständnis vom humanen Strafvollzug, der stets am Individuum und seinem sozialen Umfeld ausgerichtet sein soll, habe ihn während seiner Arbeit beeindruckt und beeinflusst. Fritz Bauer sei einer der bedeutendsten Reformdenker im Strafvollzug gewesen. „Mit einigen konkreten Reformvorschlägen war er aber auch der heutigen Zeit noch voraus. Speziell die Belange der Familie des Inhaftierten haben erst in der jüngsten Vergangenheit Eingang in die Diskussion und in die Gesetzgebung gefunden“, so der angehende Jurist.

Info: Fritz-Bauer-Studienpreis

Der Fritz-Bauer-Studienpreis wurde 2014 von Bundesjustizminister Heiko Maas gestiftet, um an den einstigen hessischen Generalstaatsanwalt und Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Fritz Bauer (1903 - 1968), zu erinnern. Humanität und Toleranz, Menschenwürde und Gleichheit waren für Fritz Bauer die Grundwerte, die die deutsche Gesellschaft und ihr Recht prägen sollten. Fritz Bauer steht für ein Recht, dem es nicht um den Staat oder um das Prinzip ging, sondern immer um den einzelnen Menschen.Fritz Bauer ist zu seinen Lebzeiten verfolgt worden; er war umstritten, manchmal verhasst. Heute ist er für Justiz und Juristen ein Vorbild und daher Namenspatron für die gleichnamige Auszeichnung, mit der junge Nachwuchsjuristinnen und -juristen ausgezeichnet werden. Der Preis wurde zum zweiten Mal verliehen.
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