Ein echter Gänsemarsch

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Die ersten Graugans-Gössel Hamburgs sind in Begleitung ihrer Eltern auf dem Weg zur Alster Foto: Hinrichs/wb

Erster Brut-Erfolg seit Jahren auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Ohlsdorf Die eigenartige Prozession war kürzlich in Ohlsdorf zu beobachten: Begleitet von Helfern spazieren Graugans-Eltern mit einem Gefolge von vier Küken durch das Friedhofstor. Nur einen Tag nach dem Schlüpfen bewegen sich die kleinen Flaumknäuel zwar noch ein bisschen tapsig, vor allem an Bordsteinkanten.
Als hätten sie es aber gelernt, marschieren sie brav hinter ihren Eltern her, überqueren – assistiert von ihren menschlichen Helfern – unbeschadet die Fuhlsbüttler Straße; Bus- und Autofahrer üben Geduld. Dann geht es weiter entlang von Bürgersteigen und durch Unterführungen. Nach etwa 15 Minuten landet der Trupp sicher auf dem Wasser. Gänseschützer Simon Hinrichs und sein Team konnten dieses spannende und berührende Schauspiel sogar filmen. Das Video ist zu sehen unter: Aktuelle Infos – „Gans gefährlich“ auf www.gans-hamburg.info.
Der Ohlsdorfer Friedhof ist seit Jahrzehnten bevorzugtes Brutrevier von Graugänsen, hier herrscht absolutes Hundeverbot. Dennoch wurden in den vergangenen Jahren Brutversuche auf dem Inselteich an der Mittelallee immer wieder auf rätselhafte Weise gestört (das Wochenblatt berichtete). Auch in dieser Saison machten Hinrichs und sein Team traurige Beobachtungen: die Nester wurden wieder zerstört und das Gelege zerstreut. Schon wieder mussten die hier brütenden Gänse die Flucht antreten.
Das im Bild zu sehende Paar hatte sich einen anderen, gut versteckten Brutplatz auf dem Friedhof ausgesucht – mit mehr Glück: vier Gössel schlüpften am Karfreitag. „Das sind die ersten Graugänse in Hamburg, die in diesem Jahr erfolgreich gebrütetet haben.“ erklärt Hinrichs. Dieses Paar brüte schon im vierten Jahr, „allerdings war bislang nur die erste Brut 2012 erfogreich.“ Auch die beringten Gans-Eltern zählen zu Hinrichs Schützlingen: Der Vater sei 2007 im Eppendorfer Moor geschlüpft, Gansmutter stamme aus einer Brut von 2008 am Bramfelder See. (wh)
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