Ein Haus mit Vergangenheit

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Lotti Krüger hat im ehemaligen Standesamt geheiratet Foto: Grell

Ehemalige Bramfelderin erinnert sich an das ehemalige Standesamt am Dorfplatz

Bramfeld. Das alte Haus am Bramfelder Dorfplatz ist im Oktober genau 100 Jahre alt. Für die jetzigen Betreiber des Restaurants Diamanti ein guter Grund zu feiern. Mit einem Aufruf im Hamburger WochenBlatt suchte das Ehepaar Diamanti, das immerhin auch schon seit 26 Jahren vor Ort ist, nach Ehemaligen, die sich an alten Zeiten dieses Hauses erinnern. Im Krieg als Lazarett genutzt, anschließend bis in die 70er Jahre als Standesamt und danach als Unterbringung einiger Klassen einer Volksschule, hat das historische Gebäude am Dorfplatz viele Etappen durchlebt. Danach stand sie leer. Fast zehn Jahre lang. Dann wurde es komplett saniert und die Familie Diamanti zog dort ein.
Zwei Bramfelder sind inzwischen dem Aufruf gefolgt und berichten aus alten Zeiten. Lotti Krüger und Alfred Karwacki haben das Gebäude erlebt, bevor es zum Restaurant wurde.
Lotti Krüger, die heute in Farmsen, lebt kennt es aus der Zeit, als in ihr noch das Standesamt untergebracht war. Geheiratet hat sie dort am 3. Juli 1959 und hält auch heute noch das schwarz-weiße Hochzeitsfoto in der Hand, auf dem sie mit ihrem Mann und einem riesigen Blumenstrauß in der Hand zu sehen ist. Lotti Krügers Mann ist leider schon vor Jahren verstorben, aber an die Zeit in Bramfeld kann sich die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, noch gut erinnern. „Das Gebäude war praktisch der Mittelpunkt hier am Bramfelder Dorfplatz und rund herum gab es nur Felder.“ Das Trauzimmer des Standesamtes war eher hässlich mit einer dreckigen Tischdecke, erinnert sich Lotti Krüger und auch wurden zu der Zeit keine so pompösen Reden gehalten wie heute. Das Brautkleid, das hatte die junge Frau damals im Grace Kelly-Look selber genäht, den Mantel in Erdbeerrot auch. Immerhin war Lotti Krüger gelernte Schneiderin. In ihrem Beruf hat sie allerdings nie gearbeitet, weil sie über 30 Jahre lang ein Tabakgeschäft in Bramfeld besaß. Gerade deshalb kennt sie auch die meisten Bramfelder und hat seit ihrer Kindheit die Villa beobachten können. Auch die Schwägerin und andere Bekannte hätten dort geheiratet, bevor die Villa zur Schule umfunktioniert wurde. Lotti Krüger freut sich, dieses Stück ihrer Kindheit, in der in Bramfeld noch echte Feuerwehrfeste stattfanden, hier wiederzufinden. Stammkundin bei Diamanti sei sie soundso und nach Bramfeld komme sie immer gern zurück. „Von Farmsen aus doch nur ein Katzensprung.“ (kg)

Lesen Sie in der nächsten Woche über die Erinnerungen Alfred Karwackis
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