Ein Wandbild für St. Georg

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Von links: Sandra, Vanie Tita do Rego Silva, Lara Michelle. Lilly und Razieh fehlen krankheitsbedingt auf diesem Foto. Das gigantische Wandbild lobten Besucher als Meisterwerk.Foto: Grell

Schülerinnen wollen den Charakter des Stadtteils retten

St. Georg. Sechs Schülerinnen der Klasse 9d der Stadtteilschule Hamburg-Mitte haben zusammen mit der Künstlerin Tita do Rego Silva ein gigantisches Wandbild erstellt. In einer Nachmittags-AG haben Michelle, Lara, Sandra, Lilly, Vanie und Razieh ein Kunstwerk geschaffen, das eigentlich für doppelt so viele Teilnehmer ausgelegt war. „Wir haben unheimlich viel gearbeitet“, erinnert sich die Holzkünstlerin aus St. Georg, die ihre Wurzeln in Brasilien hat. Geschnitzt wurde der Druckstock, der spiegelverkehrt gearbeitet werden muss, um im Original dann das richtige Bild entstehen zu lassen.

Eine tolle Arbeit

Da die Druckvorlagen selber zum Wandbild werden sollten, haben die Schüler bei dieser Arbeit einfach andersherum gedacht und schon den Holzschnitt als lesbares Original betrachtet und erarbeitet. Für die gedruckten Bücher in kleiner Auflage „kann man sich ja einfach zum Anschauen einen Spiegel kaufen“, scherzt Tita do Rego Silva.
„Rettet St. Georg“, unter diesem Motto sollte ein Kunstwerk entstehen, das dafür plädiert, den Stadtteil in seiner ureigenen Beschaffenheit, seiner Gemütlichkeit und mit seinem bisherigen Charme zu erhalten. Keine Luxuswohnungen, die Familien sich nicht leisten können, kein Schickimicki, der für Schüler von dem Taschengeld nicht erschwinglich ist und keine Ausgrenzung derer, die das Viertel seit Jahrzehnten geprägt haben. „Jeder Mensch ist anders und keiner ist perfekt“, steht auf den Tafeln und gleich daneben eine Sprechblase, die für einen Menschen steht, der fragt, wo erheute Nacht schlafen soll. Alles Themen, die St. Georg betreffen und die von den Schülern kritisch beobachtet werden.

Sich mit dem Stadtteil verbinden

Mit dem Wandbild, das auch noch an anderen Standorten zu sehen sein soll, will sich die Schule dem Viertel noch weiter öffnen und durch Gemeinschaftsprojekte mit Menschen aus St. Georg seine Verbundenheit mit dem Stadtteil kundtun. Besucher, die zum Tag der offenen Tür der Stadtteilschule gekommen waren, bewunderten das professionelle Werk, das nur sechs Mädchen zusammen mit ihrer anleiterin Tita erstellt hatten und lobten es als ein Meisterwerk. Verständlich, dass die Schule auf so viel Kreativität stolz ist. „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“, so die Künstlerinnen, die in Holz geschnitzt haben, was ein ganzes Viertel bewegt. Die Arbeit „Rettet St. Georg“ hängt zunächst im Eingangsbereich der Stadtteilschule. (kg)
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