Eine Gegend im Umbruch

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Das Grundstück an der Fabriciusstraße liegt verlassen. In der zweiten Reihe sind die Häuser schon bezogen

Geplanter Neubau lässt auf sich warten – Bezirksamt nicht zuständig?

Von Frank Berno Timm
Bramfeld

Eigentlich sieht an der Fabriciusstraße alles aus wie immer. Beim Bäcker trinken die Leute Kaffee, ein Mann macht seinen Bürgersteig sauber. Ob er etwas von Abrissarbeiten wisse? Davon sei ihm nichts bekannt, lautet die Antwort. Am Telefon hatte ein Leser berichtet, an der Bushaltestelle Owiesenstraße seien kleine Häuser abgebrochen worden, damit werde die historische Bebauung immer weiter zerstört.

Und tatsächlich: An der stadteinwärts gelegenen Haltestelle ist ein großes Quarree abgezäunt, ein Billstedter Bauunternehmen hat sein Firmenschild hinterlassen. Bauleute sind aber nicht zu sehen – in die schicken Neubauten, die in zweiter Reihe stehen, sind schon Leute eingezogen. An der Buskehre hat sich ein Parkplatz mit alten Campinganhängern etabliert, dazwischen liegen Müllsäcke. Es ist, vorsichtig ausgedrückt, eine Gegend im Umbruch: Aufgegebene Häuser und schicke Neubauten liegen dicht beieinander.

Bauunternehmer schweigt

Eine Anfrage direkt bei dem Billstedter Bauunternehmen bleibt vergeblich. Geltendes Planrecht für das Grundstück stammt, wenn man den Online-Angaben des entsprechenden Portals glauben kann, aus dem Jahr 1966; auch im Informationssystem der Bezirksversammlung Wandsbek finden sich keinerlei Hinweise.
Das Bezirksamt erklärt auf Anfrage zunächst, Abrissarbeiten seien „verfahrensfrei“.
Für das Grundstück Fabriciusstraße 153 folgende befände sich ein Bauantrag in der Prüfung: „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, daher darf noch nicht gebaut werden.“ Dass es an der Buskehre Owiesenstraße einen Schwerpunkt für Müllablagerungen gebe, sei dem Bezirksamt bisher „nicht bekannt“, zuständig sei die Stadtreinigung Hamburg. Um den ruhenden Verkehr kümmere sich die Polizei. (fbt)
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