„Eine schöne Aufwertung“

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Breite Gehwege gibt es jetzt auf der Fuhlsbüttler Straße – nehmen die Barmbeker den Boulevard-Charakter an? Foto: Thiele
 
Letzter Bauabschnitt Höhe Dröge-/Hellbrookstraße – um die Bäume kommen noch Bänke Foto: Thiele

Fuhle-Umbau ist fast fertig. Wochenblatt hörte sich unter Barmbekern um

Von Ulrich Thiele
Barmbek-Nord
In den vergangenen zwei Jahren wurden Barmbeks Bürger des öfteren auf die Geduldsprobe gestellt, seit die Sanierungsarbeiten an der Fuhle im Frühjahr 2014 begannen. Nach einigen Verzögerungen nähert sich das fast fünf Millionen Euro teure Projekt nun aber allmählich dem Ende: Die Radwege wurden auf eine separate Spur auf die Straße verlegt, die Fußgänger haben auf dem breiten Gehweg mehr Platz zum Flanieren, es gibt zwar weniger Parkplätze, dafür allerdings mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und im Großen und Ganzen soll nun für mehr Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit gesorgt sein.

Noch Pflasterarbeiten und neue Bäume


Lediglich die Pflasterarbeiten und Baumneupflanzungen sind momentan im siebten Bauabschnitt auf Höhe Drögestraße/Hellbrookstraße noch im vollen Gange. Das Wochenblatt befragte vor Ort Geschäftsleute und Passanten zur „Fuhle im neuen Kleid“. „Wenn es mehr Fahrradstellplätze gibt, ist das immer gut fürs Geschäft“, berichtet Hans-Georg Backhaus (60), Inhaber von „Der Brillenladen“, und ergänzt: „Das Problem ist nur, dass viele Radfahrer den Radweg nicht akzeptieren und stattdessen den Fußweg nutzen und das ist dann zu eng. Viele weigern sich regelrecht, den Radweg zu nutzen, weil sie Angst vor ausparkenden Pkw haben“, so der Optiker. Buchhändlerin Claudia Hartmann (51) kann keine Auswirkungen auf ihr Geschäft erkennen. Allerdings hört sie viele Klagen von Seiten ihrer Kundschaft: „Viele Fahrradfahrer beklagen sich über ausparkende Autos. Aber ich glaube, es braucht einfach nur etwas Zeit, bis sich alle an die neue Ordnung gewöhnt haben. Mich persönlich stört nur, dass auf meinem Arbeitsweg von Ohlsdorf bis zur Hebebrandstraße nun häufiger Stau herrscht“, so Hartmann. Regine Stoffel (44) aus Barmbek ist leidenschaftliche Radfahrerin. Auch sie glaubt, dass die Radfahrer nur eine Eingewöhnungsphase brauchen: „So wie es jetzt ist, ist es auf jeden Fall die bessere Variante. Mich ärgert nur, dass die Busse auf dem Fahrradweg halten und man dann ausscheren muss, das ist etwas gefährlich. Aber ansonsten ist das super, man muss sich nur daran gewöhnen“, so die 44-Jährige. Auch Sandra Hellmers (34) aus Barmbek gehört zu den Radfahrern. Sie ist ebenfalls zufrieden mit der neuen Fuhle: „Ich finde es angenehmer als vorher und die Autofahrer respektieren einen auch. Vorher herrschte immer Chaos, weil man nicht wusste, wo man sich einordnen sollte, ob nun auf der Straße oder auf den Gehweg“, kommentiert die Barmbekerin die Veränderungen.

„Es wirkt großstädtisch“


Sonja Brockmann (38) aus Barmbek sieht das ähnlich: „Das ist super geworden, eine schöne Aufwertung für Barmbek-Nord. Als Autofahrerin kann ich nicht meckern, aber für die Fahrradfahrer ist es gefährlich,“ so Brockmann. Eine Passantin erkennt hingegen eine positive Entwicklung: „Ich finde das Klasse und habe keine Beschwerden. Es wirkt großstädtisch. Ich beobachte die Situation oft und merke, dass die Fahrradfahrer sich allmählich immer wohler fühlen und sich mehr auf die Straße trauen.“
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4 Kommentare
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Klaus Sebaldt aus Barmbek | 12.01.2016 | 20:44  
393
Michael Kahnt aus Barmbek | 13.01.2016 | 10:28  
13
Andrea Kupke aus Barmbek | 13.01.2016 | 14:38  
71
Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 28.07.2016 | 01:34  
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