„Eine Welt auf zwölf Metern“

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Die Preisträgerinnen Cécile Debuc (links) und Anna-Lena Kudritzki vor „ihren“ Bussen

Neue Paintbusse am Museum der Arbeit vorgestellt. Siegerentwürfe geehrt

Von Ruth Heume

BARMBEK. Frisch lackiert glänzten sie in der Sonne des heißen Frühsommertages auf dem Platz vor dem Museum der Arbeit: Kunstwerke auf vier Rädern, zwölf Meter lang. Einer in dunkelblau gehalten mit Motiven in leuchtendem Weiß, der andere eher bunt. Die beiden am 6. Juni gekürten Paintbusse werden für mindestens ein Jahr das Hamburger Stadtbild bereichern.

Seit dem Jahr 2000 schreibt die Bildungsbehörde in Kooperation mit der HVV-Schulberatung alle zwei Jahre den Paintbus-Wettbewerb zur Gestaltung Hamburger Linienbusse aus. Die Einladung geht an alle Kunstkurse der weiterführenden Schulen in Hamburg ab der siebten Klasse. Bei 486 eingereichten Entwürfen von 40 Schulen hatte die Jury dieses Mal wieder keine leichte Wahl. Ein wichtiges Kriterium, so Martin Wachowiak von der HVV-Schulberatung, sei die Umsetzbarkeit – und zwar von den Schülern selbst. Manche Entwürfe werden von einzelnen Schülern eingereicht, andere von Gruppen. Beim Malen ist dann aber der ganze Kurs gefragt.

Bei der Siegerehrung im Museum der Arbeit wurden nicht nur die beiden fertigen Busse vorgestellt, sondern auch die Entwürfe ausgestellt und prämiert, die in die engere Wahl gekommen waren. Auf den Zeichnungen sieht man, wie wörtlich einige der jungen Künstler das Motto „Eine Welt auf zwölf Metern“ genommen haben: hier finden wahre Weltreisen auf den Bussen statt. Von der Elbphilharmonie bis zum Sydney Opera House, von Kängurus bis zu Kamelen.

Auffallend viele Schüler und Schülergruppen aber haben die aktuelle Flüchtlingsthematik aufgenommen und sich klar zu einem friedlichen Miteinander bekannt. „Am Ende sitzen wir alle im selben Bus“, bringt es der Slogan auf der Zeichnung der Stadtteilschule am Heidberg auf den Punkt. Auch Anna-Lena Kudritzki (17), Schülerin des Beruflichen Gymnasiums Harburg, die einen der beiden Siegerentwürfe eingereicht hatte, hat sich des Themas angenommen. „Willkommen“ heißt es auf dem in bunten Farben gestalteten Bus.

Cécile Debuc (20) von der Ida Ehre Schule hingegen zeigt auf ihrem Bus ein düsteres Bild von der Welt, die von Umweltkatastrophen bedroht ist. Tiere und Menschen zeichnen sich wie weiße Skelette auf dem dunkelblauen Nachthimmel ab. Dazu die Frage: „Für welche Welt entscheidest Du Dich?“.
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