Ende der Bambeker Fahrstuhl-Posse

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Kathleen Brottinger muss die Karre ihrer Tochter mühevoll die Treppenstufen hoch- und herunter tragen Foto: kg
Hamburg: U-Bahn Barmbek |

Seit drei Jahren steht der S-Bahn-Aufzug still. Nun kündigt die Bahn ein Ende der Bauarbeiten am Bahnhof Barmbek an

Karen Grell
Barmbek
Wer am Bahnhof Barmbek in die S-Bahn ein-steigen möchte, der hat nur den Treppenaufgang zur Verfügung. Der Fahrstuhl steht hier seit drei Jahren still und eine Rolltreppe gibt es nur am direkten Zugang zum Bahnsteig. Besonders Senioren mit Gehhilfen und Mütter mit Kinderwagen schütteln oft den Kopf, wenn sie wieder den anstrengenden Weg über die Treppe oder den weiten Umweg um den Bahnhof herum zum nächsten Fahrstuhl nehmen müssen. „Wir wissen oft nicht, wie wir die Treppen hoch kommen sollen“, beklagt sich auch Kathleen Brottinger, die mit ihrer Tochter fast täglich von Winterhude nach Barmbek fährt, um ihren Bruder zu besuchen. „Seit meine Tochter geboren wurde, trage ich den Kinderwagen hier die Stufen hoch“, erinnert sich die junge Mutter. „Wenn die Kleine müde ist, ist es schlimm“, so Kathleen, „zusammen mit der Karre kann ich sie nicht hinauftragen.“

Barrierefreier Zugang nach Bauzeit

Auch für Andrea Lührs ist es unfassbar, dass hier Menschen im Rollstuhl und Fahrgäste mit Fahrrädern praktisch keinen Zugang zur S-Bahn haben. Sie selber könne ihr Rad zum Glück noch über die Treppen transportieren, für viele andere sei das aber viel zu anstrengend. Die Rolltreppe nutze sie nicht, weil ihr das zu gefährlich ist. Dennoch hat Andrea Lührs aus Winterhunde in den vergangenen Monaten hier einen Lichtblick entdeckt: „Ich habe das Gefühl, dass sich die Baustelle rund um den Fahrstuhl doch schon etwas verändert hat.“ So langsam komme Bewegung in die Baustelle. „Dann ist der Zugang zur S-Bahn endlich auch barrierefrei“.

Bahn: Betriebsbereit Ende September

Wie die Deutsche Bahn nun mitteilte, soll der Fahrstuhl in Kürze in Betrieb gehen. Eine Sprecherin erklärte auch die Gründe der langen Bauzeit. Für die Nutzer des Barmbeker Bahnhofs, einen der größten Umsteigebahnhöfe in Hamburg mit fast 90.000 Fahrgästen am Tag, ist die Dauerbaustelle eine reine Katastrophe gewesen. Einen Aufzug gibt es zwar, vor dessen Eingang ist aber seit nun bereits drei Jahren ein Absperrband befestigt. Doch das soll Ende September abgebaut werden, kündigt eine Sprecherin der Bahn an. Die Baustelle soll verschwinden, die Türen des Fahrstuhls sich wieder für alle Fahrgäste öffnen. Ob die Bahn den Termin halten kann, wird von zahlreichen Nutzern bezweifelt. Viele können sich das nur schwer vorstellen.
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1 Kommentar
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Michael Kahnt aus Barmbek | 13.09.2017 | 12:12  
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