Entdeckungsreise in die Geschichte

Anzeige
„Man erkennt alles wieder. Das ist unser Leben“, sagen Heidi und Peter Hoffmann beim Rundgang durch die Ausstellung. Eben haben sie sich sogar überraschend in einem alten Foto entdeckt Foto: wb
 
Das älteste Foto der Ausstellung zeigt Barmbeker Bauern im Jahr 1878. In weiteren Bildern ist das ländliche Leben jener Zeit weit vor den Toren der Stadt festgehalten, vom einfachen Gehöft bis zu „Familie Dreckmanns Preiskuh“ Repro: wb

Stadtteilhistoriker aus Barmbek zeigen eigene Dokumente und Bilder aus 660 Jahren Barmbek

Barmbek Eine Zeitreise durch 660 Jahre Barmbek: Die Geschichtswerkstatt Barmbek zeigt anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens eine so noch nie dagewesene Ausstellung. Sie schlägt den Bogen von den frühen Anfängen des Bauerndorfes bis zum heutigen Großstadtleben. Dazu haben die Erforscher und Bewahrer der Stadtteilgeschichte, die überwiegend ehrenamtlich tätig sind, eine bislang einmalige Auswahl aus ihrer langjährigen Ausstellungarbeit zusammengestellt.
Für diese Vielfalt war entsprechend Platz gefragt, den die Geschichtswerkstatt am Wiesendamm 30 gefunden hat: im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Barmbeker Traditionsfirma Heidenreich & Harbeck. Noch bis Ende dieser Woche bietet die Ausstellung „Barmbek – eine Entdeckungsreise“ Einblicke, die so geballt sonst nicht zu finden sind. Vom frühesten erhaltenen Foto aus dem Jahr 1878, das die 14 Barmbeker Hufner, also Bauern mit Grundbesitz, im ehrwürdigen Sonntagstaat zeigt, über den stetigen Wandel und die einschneidenden Veränderungen im 20. Jahrhundert bis zu den aktuellen Entwicklungen wie den groß angelegten Neubauprojekten. Oberthemen wie „Kindheit“, „Arbeitswelten“, Hamburger Straße“ und „Fuhlsbüttler Straße“ geben Orientierung in der großen Fülle an sehens- und lesenwertem Material das durch historische und zeitgenössische Filmdokumente aufgelockert wird. Besondere Hingucker sind zum Beispiel ein dreidimensionales Modell des Stadtteils, ein Original-Grammophon und eine Schottsche Karre. Die Leihgabe aus dem Hafenmuseum prägte noch bis in die 1930er das Barmbeker Straßenbild. Mit ihr wurden Waren aller Art befördert und sie war auch bei Umzügen und zur Müllabfuhr im Einsatz. „Ja, die kenne ich auch noch. Damit hat mein Vater immer Holz geholt“, bestätigt Heidi Hoffmann. Seit 1964 lebt sie mit ihrem Mann mitten in Barmbek. Gerade hat sich Peter Hoffmann in der Ausstellung auf einem Foto aus den 1980er Jahren wiedergefunden. „Man erkennt hier alles wieder – das ist unser Leben“, nickt auch er. Alteingesessene genauso wie „Neu-Barmbeker“ können in der Ausstellung jede Menge Interessantes erfahren, denn die Geschichtswerkstatt blickt auch hinter die Fassaden von Häusern, die sich der Öffentlichkeit nicht öffnen, und erzählt Geschichten von Menschen im Stadtteil gestern und heute. Der Ralph Giordano gewidmete Leseraum – möbliert unter anderem mit dem Original-Lesesessel des in Barmbek geborenen Autors, der zeitlebens der Geschichtswerkstatt freundschaftlich verbunden war – lädt zum weiteren Verweilen ein. (cb)

Die Türen zur Ausstellung sind geöffnet von Mittwoch bis Sonnabend, den 30. bis 3. Oktober, von 15 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, den 4. Oktober, von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Darüber hinaus veranstaltet die Geschichtswerkstatt Barmbek am Sonntag zum „Tag der Geschichtswerkstätten“ zwei Rundgänge: Zum Thema „Ehemaliges Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek“ um 14 Uhr und zum Thema „Stolpersteine“ um 16 Uhr. Treffpunkt ist jeweils am Wiesendamm 30. Weitere Infos: Geschichtswerkstatt Barmbek
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige