Erfrischung gefällig in der Park-Architektur

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Wasserspeier sprühen das kühle Nass in das Wasserbecken vor dem Planetarium Fotos: Hollmann

Stadtpark-Serie Teil 12: Wasserspiele

Im kommenden Jahr feiert der Stadtpark seinen 100. Geburtstag. Das Wochenblatt beschreibt in einer Serie, wie Hamburgs größter Volkspark entstand, wie er sich verändert hat und wofür er heute steht. 12. Teil: Wasser als Gestaltungselement im Stadtpark

Von Holger Hollmann
Winterhude. Besucher des Stadtparks erblicken ihn immer wieder, diesen Dreiklang von Pflanzen, Backstein und, glitzerndem Wasser. Als Fritz Schumacher und Ferdinand Sperber vor über 100 Jahren den 150 Hektar großen Volkspark planten, war Wasser eines ihrer festen und immer wiederkehrenden Gestaltungselemente - sei es in Form des riesigen, künstlichen Stadtparksees, der sich als Oval in die strenge Parkgeometrie einfügt. Sei es als romantisch eingewachsener Ententeich im Nordosten des Parks. Oder als erfrischend plätschernde Springbrunnen, die es vom Rosen- über den Rondell- bis zum Steingarten zu einem guten Dutzend gibt. Besonders markant trat und tritt das Wasser jedoch an zwei Stellen des historischen Stadtparks hervor: Noch heute sichtbar vor dem Planetarium in Form eines geradezu rauschenden Wasserspiels (Foto oben) und, nur noch auf historischen Fotos erhalten, als Wasserkaskade zwischen Festwiese und Stadtparksee.
Die Kaskade wurde zur Eröffnung des Stadtparks 1915 nach Plänen von Fritz Schumacher fertig gestellt. Das zentrale, sechs Meter hohe Bauwerk war mit Klinkermustern und Schmuckkeramiken des Künstlers und Bildhauers Richard Kuöhl verziert. Aus drei breiten Öffnungen stürzte das Wasser über zwei Stufen in den See. Links und rechts führten Treppen vom Seeniveau hinauf zur Festwiese. Pergolen aus rotem Klinker säumten den oberen Weg zu beiden Seiten. So hatte Schumacher die Festwiese baulich mit dem See verbunden.
Die Wasserkaskade wurde im Zweiten Weltkrieg von Fliegerbomben getroffen und im Januar 1957 gesprengt und abgerissen. Die früher sehr steile Uferböschung wurde abgeflacht. Vor einigen Jahren wurden die Treppen und der Uferweg neu angelegt und dabei die Umrisse der alten Kaskade aufgenommen - allerdings ohne die Wasserfälle in den See.
Einen guten Eindruck davon, wie die historische Wasserkaskade von Schumacher gewirkt haben muss, erhalten Stadtparkbesucher aber heute noch am fast 40 Meter hohen Planetarium, das nach Plänen des Dresdner Architekten Otto Menzel zeitgleich mit der Wasserkaskade errichtet wurde. Vor dem Planetarium, das zunächst ein paar Jahre als Wasserturm diente, schießt noch heute das kühle Nass aus breiten Ausläufen und steinernen Speiern.

Nächste Woche im 13. Teil der großen Stadtpark-Serie: Kultur im Stadtpark – vom Lesecafé über das Planetarium bis zum Stadtpark-Verein
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