Feste feiern in der „Burg“?

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Seit drei Jahren residiert das Theater „Die Burg“ in der Bugenhagenkirche Foto: Archiv
 
Sie setzen sich schon länger für den Erhalt der Bugenhagenkirche in der jetzigen Form ein: Pastor Ronald Einfeldt sowie André Bigalke, Jan de Graaf und Frank Lundbeck vom Stadtteilrat Barmbek-Süd (v. l.) Foto: Heume

Neuer Investor will das Theater in der Kirche erhalten

Von Ruth Heume
Barmbek
Ist das die Rettung für das Theater „Die Burg“ und die anderen Mieter der Bugenhagenkirche, die zum Verkauf steht? Der Interessent Manfred Vogler stellte sein Investitionskonzept jetzt dem Stadtteilrat vor. Die Diskussionen über den Verkauf und die weitere Nutzung der Bugenhagenkirche am Biedermannplatz, über die auch das Wochenblatt in der Vergangenheit mehrfach berichtete, könnten bald ein Ende haben. Bereits vor mehr als einem Jahr hatte die Eastside Projekt-gGmbH Interesse am Kauf der Kirche und des Grundstückes beim Kirchenkreis angemeldet und ihr Konzept im Februar 2016 beim Bezirksamt Hamburg-Nord vorgestellt. Dieses schmeckte aber nicht jedem Bezirkspolitiker und wurde kontrovers diskutiert. In jedem Fall hätte es das Aus für das Theater „Die Burg“ bedeutet, denn es sah vor, dass allen bisherigen Mietern gekündigt worden wäre. Doch nun hat sich ein weiterer Interessent vorgestellt: der Immobilienunternehmer Manfred Vogler möchte die Kirche erwerben und erläuterte am 2. März im Stadtteilrat Barmbek-Süd seine Pläne. Vogler, der sich nach eigenen Angaben seit mehr als 50 Jahren im Denkmalschutz engagiert, möchte das Gebäude in seiner jetzigen Nutzung erhalten. Für die Betreiber der „Burg“ sagte er eine fünfjährige Nutzungszeit zu günstigen Konditionen zu, „um auf die Füße zu kommen“. Für Jennifer Rettenberger, Intendantin des Theaters, wäre das eine große Erleichterung. Sie hatte sich zuletzt immer wieder von einem Jahresvertrag zum nächsten gehangelt. „Mit fünf Jahren kann ich etwas anfangen“, so Rettenberger. „Dann kann ich Arbeitsplätze schaffen und Ausbildungsplätze anbieten.“ Auch Theaterabonnements und die längerfristige Bindung von Sponsoren wären ihrer Meinung nach möglich. Ronald Einfeldt, Pastor an der Kreuzkirche, würde sich über diese Lösung ebenfalls sehr freuen. Die Bugenhagenkirche gehört zusammen mit der Kreuzkirche und der Heiligengeistkirche zur fusionierten Gemeinde Alt-Barmbek. „Sie war eine Kulturkirche von jeher“, weiß Einfeldt. Um das Konzept zu finanzieren, müssten allerdings weitere zahlende Mieter gefunden werden. Es gebe bereits Gespräche mit einem Theaterkindergarten, erklärt Jennifer Rettenberger. Für das dazugehörige Nachbargrundstück könnte Investor Manfred Vogler sich zum Beispiel den Bau von Wohnungen für Studenten der Kunsthochschule vorstellen.
Was nach Ablauf der fünf Jahre kommt, hat er noch nicht genau geplant. An einer gewerblichen Nutzung sei er jedenfalls nicht interessiert. Auch eine Stiftung sei denkbar. Vogler ließ durchblicken, dass das Bezirksamt seine Lösung bevorzuge. Und auch Jennifer Rettenberger hat bereits positive Signale erhalten: der Bezirk habe angefragt, ob die Verleihung des Kulturpreises Hamburg-Nord 2015 im April 2016 in ihren Räumen stattfinden könne. Der Stadtteilrat unterstützt die Pläne des neuen Interessenten mit einer Resolution, die nun an Politik und Kirchenkreis geht. Und wenn alles klappt, wird bei der 100. Sitzung, die im Mai auf jeden Fall in der „Burg“ stattfindet, gefeiert.
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