Flatter-Alarm beim Nabu

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Michael Kasch und Alexander Heidorn (v.l.) haben mit vielen ehrenamtlichen Helfern ein Paradies für Fledermäuse geschaffen Foto: Busse
 
Die Breitflügelfledermaus zählt zu den 14 Arten, die in Hamburg beheimatet sind Foto: E. Menz

Fledermäuse müssen aufgepäppelt werden. Infos zum Tierschutz

Von Christina Busse
Hamburg
„Uns hat das Fledermaus-Fieber gepackt“, sagt Alexander Heidorn. Schon 15 kleine Flugkünstler haben er und seine Frau in diesem Jahr aufgepäppelt. „Viele Tiere sind nach dem Winterschlaf geschwächt“, erklärt der Naturfreund. „Eigentlich müssten sie sich den Bauch vollschlagen um wieder ordentlich Speck auf die Rippen zu kriegen, aber sie finden immer weniger Nahrung.“ In Heidorns Obhut kommen die Säugetiere dank Mehlwurmbrei und Vitaminen wieder zu Kräften, so dass sie schon nach wenigen Tagen gestärkt in die Freiheit entlassen werden können. Das Fledermaus-Nottelefon (Telefon 0700/35 33 37 62, Hauptzeit: 0,12 Euro/Min., Nebenzeit: 0,06 Euro/Min.) wird von Hamburger Bürgern so gut angenommen, dass Heidorn und vier weitere kleine Pflegeteams, die vor anderthalb Jahren unter dem Dach des Naturschutzbunds Hamburg (Nabu) gegründet wurden, immer neue Sorgenkinder zugetragen werden. Erst kürzlich wurden vier Jungtiere betreut, die wohl aus ihrem Zuhause, einer Mauerspalte, gefallen waren. Anders als bei Vögeln üblich, wird der Nachwuchs anschließend auch von der Mutter wieder angenommen. Zurzeit hilft Heidorn einem durch Giftstoffe geschwächtem Tier wieder auf die Beine – mit behördlicher Genehmigung, wie er betont, denn die unter Artenschutz stehenden Wildtiere seien zwar „putzig“, aber eben auf keinen Fall Haustiere. Deshalb zielt sein Engagement vor allem darauf ab, für die vom Aussterben bedrohten Fledermäuse geeigneten Lebensraum zu schaffen: Die Flugakrobaten leben tagsüber verborgen in Baumhöhlen und Mauerspalten. Nachts jagen sie in Parks, Waldgebieten und Gärten sowie über Wasserflächen nach Insekten und Spinnen. Neben dem Schutz von bestehenden Quartieren ist es wichtig, den einzigen fliegenden Säugetieren Deutschlands neue Unterkünfte zu bieten. Das geht beispielsweise ganz unkompliziert am Haus, am Carport oder auch in Bäumen. Darüber hinaus ist eine bunte Vielfalt an heimischen Pflanzen wichtig, die abends ihre Blüten entfalten und damit die Insekten anlocken, die den Fledermäusen als Nahrung dienen.

Tipps zu Kästen


Der Nabu gibt am Sonntag, 10. Juli, von 11 bis 17 Uhr im Nabu-Naturgarten Tipps, wie man vor der eigenen Haustür Fledermäusen helfen kann. An einem Infostand beantwortet die Fledermaus-Fachgruppe des Nabu Fragen rund um die nächtlichen Flugkünstler und berät zu Fledermauskästen. Auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern zeigt der Garten außerdem praxisnah, wie man vor seiner eigenen Haustür einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten kann: Mit Kräuterspirale, Magerrasen und Trockenmauer, Wildkräuter-Acker, Teich und Knick, die auch Fledermäusen Schutz und Nahrung bieten. Der Naturgarten liegt an der Bebelallee, Ecke Deelböge im Kleingartenverein „Birkenhain“, Parzelle 185. Wer Fledermäuse live erleben möchte hat dazu auf einer Fledermaus-Führung am Bramfelder See Gelegenheit: Am Freitag, 29. Juli, geht es mit dem Bat-Detektor, der ihre Laute für das menschliche Ohr hörbar macht, auf die Spurensuche. Treffen ist um 21 Uhr an der Infotafel am Bramfelder Redder. Eine Spende wird erbeten.

Viele Gartentipps, auch zum fledermausfreundlichen Garten unter: www.nabu-hamburg.de/gartentipps
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