Freunde über Gräbern

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Ohne ehrenamtliche Teamer geht es nicht. Anastasia aus Russland (v.l.), Christoph und Svenja aus Deutschland sowie Romain aus Frankreich. Rechts im Bild: Katharina Tenti, Bildungs- und Jugendreferentin des Volksbunds, bei der alle Fäden zusammenlaufen

Internationales Jugendcamp gedenkt „Gomorrha“-Opfer

Farmsen. Als im Jahre 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet wurde, ging es noch nicht um ein geeintes Europa, sondern um die Pflege von Soldatenfriedhöfen. Der Volksbund hat in den letzten Jahrzehnten sein Aufgabenfeld in zweifacher Hinsicht erweitert. Nicht nur Soldaten- sondern alle Kriegsopfergräber, also auch die der Bombenopfer, möchte er in angemessenen Zustand erhalten. Keine Pflege um ihrer selbst willen, sondern als über Europa verteilte Mahner für die nächsten Generationen – ‚Nie wieder Krieg! ‘ Gleichzeitig wird intensive internationale Jugendarbeit mit Jugendcamps geleistet. Das diesjährige Camp in Hamburg mit seinen 22 Teilnehmern aus acht Nationen hatte zu einem ‚Internationalen Abend‘ in die Schule Surenland eingeladen. Erschienen waren nicht nur Mitglieder des Volksbunds, sondern ebenso gut 60 Hamburger, denen die Friedensarbeit des Volksbunds am Herzen liegt. Auch das Konsulatscorps zweier teilnehmender Länder war vertreten. Reinhard Soltau, Senator a.D. und Vorsitzender des Hamburger Volksbunds, sowie Schriftführer Rüdiger Wischemann erinnerten bei der Begrüßung an die große Bedeutung grenzüberschreitender Begegnung. „Nicht der Krieg, sondern der Frieden ist der Ernstfall“, die Worte des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, gelte es täglich neu zu beherzigen. Es folgte eine oft sehr launige Vorstellung der Camp-Heimatländer. Finanziell getragen werden die Internationalen Camps durch sehr niedrige Eigenbeiträge der
Teilnehmer sowie Zuwendungen der ‚Stiftung Gedenken und Frieden‘ und des Bundesfamilienministeriums und durch den Volksbund selbst. Neben den hauptamtlichen Referentinnen des Volksbunds betreuen vier ehrenamtliche Teamer aus 3 Nationen die Camp- Teilnehmer und ermöglichen so für die jungen Leute im Alter zwischen 16 – 20 Jahren interessante und unbeschwerte Tage in Hamburg. Nicht zu vergessen die Leitung und das Team der Schule Surenland, die dem Camp in den Ferien Unterkunft geboten haben. (fjk)
u Sonnabend, 27. Juli, 12.30 Uhr: Das Jugendcamp zeigt seine Video-Dokumentation 70 Jahre nach der Aktion Gomorrha, Gedenkstätte der Bombenopfer, Friedhof Ohlsdorf „Mit Bomben Kriege gewinnen – Frieden gewinnen?“
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