Friseurin in Hamburg feiert 50. Firmenjubiläum

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Schornsteinfegermeister Lutz-Matthias Peters überreichte die Jubiläumsurkunde im Namen der Handwerkskammer Foto: Heume

Die 74-jährige Vera Steinfurth kümmert sich seit Jahrzehnten um ihre Kunden in Barmbek

Von Ruth Heume
Barmbek
Am Montag knallten die Sektkorken in der Hellbrookstraße 47: Der Friseurbetrieb Vera Steinfurth feierte 50. Betriebsjubiläum. „Das erleben wir selten“, bestätigte Lutz-Matthias Peters, Bezirkshandwerksmeister der Handwerkskammer Hamburg-Nord, der die Jubiläumsurkunde überreichte. Und da der Schornsteinfegermeister in seiner traditionellen schwarzen Arbeitskluft erschien, kann für die nächsten Jahre des Betriebs ja nichts schiefgehen. Denn Vera Steinfurth, 74, hat vorläufig nicht die Absicht, in den Ruhestand zu gehen. „Ich arbeite gerne“, sagt die zierliche Dame mit dem flotten grauen Kurzhaarschnitt. Das Ladenlokal bezaubert mit seiner mintgrünen Inneneinrichtung. Einige der Möbel sind Originale aus den 1940er und 1950er Jahren. Um einen der Friseurstühle hat sich der Fußboden halbmondförmig abgenutzt – das ist der Arbeitsplatz von Vera Steinfurth, die den Laden seit acht Jahren alleine betreibt. In einem der nicht benutzten Waschbecken liegt ein Stapel Wochenblätter. Die Friseurin sammelt regelmäßig die ungelesenen Exemplare aus der Nachbarschaft und versorgt ihre Kunden so mit den neuesten Nachrichten aus Barmbek. Geboren 1942 in Ostdeutschland und aufgewachsen bei Pflegeeltern, kam sie eher zufällig zum Friseurberuf. „Man hatte ja damals nicht so viele Möglichkeiten.“ 1957 besuchte sie ihren Vater in Bardowick und blieb. Dort begann sie 1958 ihre Lehre. Danach fing sie bei einem großen Herrenfriseur am Barmbeker Bahnhof an. Der wollte sie zuerst nicht nehmen – ein junges Mädchen als Herrenfriseurin, das war damals unüblich. Aber sie setzte sich durch und arbeitete als einzige Frau unter zehn Männern. Zum Jubiläum war der kleine Salon mitten in Barmbek gut gefüllt. Stammkunden und Freunde kamen mit Blumen und guten Wünschen. Viele Kunden lassen sich schon seit sehr langer Zeit von Vera Steinfurth die Haare schneiden, einige bereits seit 50 Jahren so wie der pensionierte Schlachtermeister Winter. Aber sie habe auch viele jüngere Kunden aus dem Stadtpark-Quartier am alten Güterbahnhof, erzählt die Friseurin. 1966 eröffnete ihr Vorgänger Werner Möller den Herrensalon, zunächst in seiner Privatwohnung am Morgensternsweg, und bezog später die Geschäftsräume in der Hellbrookstraße. Erst 1994 legte Vera Steinfurth ihre Meisterprüfung ab, um den Betrieb zu übernehmen. Warum die Herren so gerne zu ihr kommen? Vielleicht liegt es auch daran, dass sie mit der Chefin so gut über Fußball reden können. Denn Vera Steinfurth ist bekennender HSV-Fan. An der Gebäudefront prangt die blau-weiß-schwarze Raute. Früher sei sie auch ins Stadion gegangen. Aber die Liebe zum Verein habe ihre Grenzen: „Wenn die abgestiegen wären, dann wäre es vorbei gewesen“.
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