Für eine buntere Welt

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Verstehen sich blendend und hatten eine Menge Spaß: Die jungen Künstler der Stadtteilschule Barmbek Foto: Heume

Schüler bemalen Bauzaun um Flüchtlingsunterkunft am Museum der Arbeit

Von Ruth Heume
Barmbek
Was gibt mir Geborgenheit? Was gibt mir Sicherheit? Den Schülern der Klasse 5b der Stadtteilschule Barmbek und ihren Mitschülern einer neunten Klasse der Stadtteilschule Stellingen fallen dazu Begriffe wie Freunde, Familie, Liebe, Haustiere und Kleidung ein. Aber auch „Superhelden“ und „Handy“ steht auf den Tafeln beim ersten Treffen mit dem Künstler Kai Teschner im Museum der Arbeit. Für die seit Ende Februar dort untergebrachten Flüchtlinge bedeutet Sicherheit zunächst einmal, ihren unsicheren Herkunftsländern entkommen zu sein und in Deutschland ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein weißer Bauzaun schirmt den Gebäudeteil ab, ein Security-Mitarbeiter bewacht den Eingang. Sicherheit – ja, aber Geborgenheit? Museumspädagogin Kareen Kümpel hatte da eine Idee: mit etwas Farbe könnte man zumindest den Bauzaun verschönern. Sie holte sich Hilfe von den Schülern aus Barmbek und Stellingen und nahm den Künstler Kai Teschner ins Boot. Dessen großflächige und farbenfrohe Malereien schmücken seit Ende der 1980-er Jahre bereits zahlreiche Wände in Hamburg. So beispielsweise in der Hafenstraße und auf St. Pauli, aber auch an einigen Schulen.
Die Schüler waren mit Feuer und Flamme dabei, und dank der professionellen Unterstützung kann sich das Ergebnis sehen lassen. Zunächst wurden Skizzen angefertigt. Dann mussten noch Leinwände angebracht werden, da man auf der Plane des Bauzauns nicht malen kann. Die Konturen wurden zunächst vorgemalt und dann später eingefärbt. Die Motive auf den einzelnen Elementen erzählen Geschichten: von Träumen und Sehnsüchten, von zwei- und vierbeinigen Freunden und Superhelden, von Musik und Natur. Über alle Flächen zieht sich als verbindendes Element ein verschnörkelter goldener Zaun mit Blumen.
Richtig glücklich wären alle Beteiligten allerdings, wenn sich für die Kunstaktion nachträglich noch ein Sponsor finden würde. Denn das Material und die Arbeit des Künstlers müssen finanziert werden. Besucher der Langen Nacht der Museen konnten das Kunstwerk bereits im halbfertigen Zustand bewundern. In der vergangenen Woche wurden die Bilder fertiggestellt. Dank der schwarzen Konturen sieht es nun wirklich aus wie ein großes Graffito, auch wenn nicht mit Sprühdosen gearbeitet wurde. Die Welt der Flüchtlinge im Museum der Arbeit ist durch das Projekt ein kleines bisschen bunter geworden.
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