Fuhle weiter „Sperrbezirk“ in Hamburg

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Einzelhändler Florian Kruse (l.) und Ulrich Hoffmann, Vorsitzender der IG Fuhle, vor den ungeliebten Baken an der Fuhle Foto: leu

Kaum Durchkommen für Fußgänger und Radfahrer. Geschäftsleute in Sorge

Von Misha Leuschen
Hamburg. Das hatten sich die Barmbeker anders vorgestellt: Bezirksamtsleiter Harald Rösler hatte in der vergangenen Woche verkündet, dass ab Ende November die Fuhle wieder frei befahrbar sei – für Pkw und Busse. Was er nicht sagte: Viele Absperrungen werden bleiben, und das bis weit ins nächste Jahr.

„Der Baken-Wahn muss weg“

Für die Einzelhändler und ihre Kunden ist das keine schöne Bescherung zum Weihnachtsgeschäft. „Der Bakenwahn muss weg“, fordern Florian Kruse vom Reisebüro Flugbörse und Ulrich Hoffmann, Buchhändler an der Fuhle und Vorstand der IG Fuhle. „Die Kunden meiden jetzt schon Barmbek und die Fuhle, weil sie nicht ohne Behinderung entlang laufen können. Es kann nicht sein, dass der Bezirk damit zufrieden ist, dass nur der Verkehr rollt.“ Bis voraussichtlich 19. Dezember erfolgen laut Helma Krstanoski, Sprecherin der Verkehrsbehörde, zudem noch Arbeiten auf den Gehwegflächen.

Nicht nur für Fußgänger und Radfahrer ist die Mobilität weiterhin massiv eingeschränkt. Auch Parken bleibt problematisch – und selbst, wer einen der raren Parkplätze ergattert hat, wird zum Teil lange Wege zurücklegen müssen, um zu den Geschäften zu gelangen, weil die Absperrbaken den Gehweg blockieren. „Die Absperreinrichtungen zwischen Fahrbahn und Gehweg entlang der Fuhlsbüttler Straße sollen verhindern, dass Fußgänger an der Bordsteinkante stolpern“, erklärt dazu Katja Glahn, Sprecherin des Bezirksamts Nord. „Sie dienen damit der Verkehrssicherheit.“ Wie haben Fußgänger denn bisher diese Herausforderung gemeistert, mag sich manch einer da fragen.

Gebaut wird noch bis Juli 2015

Von „punktuellen Tagesbaustellen im kommenden Jahr“, spricht Glahn. Im Laufe der ersten Jahreshälfte 2015 sollen die Absperrungen sukzessive zurückgebaut werden – bis voraussichtlich Ende Juli 2015. „Das werden viele Einzelhändler nicht überleben“, ist sich Kruse sicher.
Für das Weihnachtsgeschäft kommt jedenfalls zu spät, was sich der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer jetzt überlegt hat: Man wolle Anlieger und Geschäftsinhaber über die genauen Abläufe Anfang 2015 detailliert informieren, um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, erklärt Bezirkssprecherin Katja Glahn. Für die betroffenen Einzelhändler allerdings klinge das wie der blanke Hohn, konstatiert Ulrich Hoffmann.
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