GBS Humboldtstraße wechselt Träger

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Nachmittags gibt es Hausaufgabenbetreuung und Kurse Symbolfoto: thinkstock

Schulleitung bereitet Trennung von Jugendhilfeträger vor

Barmbek Zu den Sommerferien soll es soweit sein, dann wird ein neuer Jugendhilfeträger an der ganztägig geführten Grundschule in der Humboldtstraße 30 das Zepter übernehmen. Der Vertrag mit dem bisherigen Kooperationspartner wurde gekündigt, bestätigte Schulleiterin Caroline Weigmann. Den konkreten Grund für die Trennung wolle sie nicht nennen, auch der Elternrat hält sich bedeckt. „Das ist ein Thema, das sich über eine lange Zeit hingezogen hat. Wir werden den Wechsel nun sorgsam vorbereiten um einen guten Start hinzulegen“, betonte Weigmann. Die Schule ist laut Linksfraktion eine von zwölf Ganztagseinrichtungen in denen die Zusammenarbeit mit Trägern in diesem Jahr gescheitert ist. 120 solcher Kooperationen gibt es laut Senat. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sabine Boeddinghaus, hatte die Zahlen recherchiert und öffentlich gemacht. „Mit jeder Kündigung verlieren die Kinder auf einen Schlag alle Bezugspersonen“, kritisiert sie. Daher müsse es im Interesse der Schulbehörde liegen, solche Wechsel zu vermeiden und bei Problemen in der Kooperation frühzeitig externe Hilfe anzubieten. Doch die Schulbehörde habe auf Anfrage der Linken nicht mal von den Kündigungen gewusst. Wie kann das sein? „Die Hamburger Schulen sind selbstverantwortete Schulen, daher treffen sie eigenverantwortlich viele Entscheidungen, so auch über einen Kooperationsvertrag mit einem Träger. Es besteht gegenüber der Schulbehörde hierüber keine Meldepflicht. Die Schulbehörde tritt auf Anfrage beratend auf. Im Konfliktfall schaltet sich die Schulaufsicht prüfend ein“, kommentiert Peter Albrecht, Pressesprecher der Behörde. Die Gründe für einen Trägerwechsel können vielfältig sein. An der GBS in Barmbek beschäftigt sich ein Gremium aus Lehrern und Eltern mit der Problematik. „Generell gibt es ja immer viel Personalwechsel“, sagt Weigmann. Aber warum?

Personalwechsel üblich


Christina Dwenger von der Volksinitiative „Guter Ganztag“ hat Antworten: „Die Probleme sind längst bekannt. Reibungspunkte durch die gemeinsam genutzten Räume, Personalnot aufgrund der unattraktiven Arbeitsstellen und nicht ausreichend finanzierte Kooperationszeiten finden sich in allen Kündigungsfällen.“ Die Personalstellen im schulischen Ganztag sind bei Fachkräften eher unbeliebt weil sie am Nachmittag liegen. Laut einer Senatsantwort an die Linksfraktion arbeiten nur 22 Prozent der Fachkräfte mehr als 25 Stunden. Nur für neun Prozent der Beschäftigten gibt es eine Vollzeitstelle, 78 Prozent arbeiten maximal 25 Stunden. Boeddinghaus: „Da muss nachgebessert werden, damit Fachkräfte nicht ständig abwandern.“ (sos)
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